Wasserscheu 48Z
aus der Vene gelassen wird, ganz verändert ist, und statt die ge-wöhnlich dunkelrolhe Farbe zu haben, eins g-fblichgraue Farbehat und aufgelös't, zerfetzt, ganz wässerig, dünn und flüssig er-scheint. Die Heilung dieser fürchterlichen Krankheit ist zwar schonmit mancherlei Mitteln versucht worden,, allein es hat noch kein«sich unter allen Umständen bewährt gezeigt. Ein wichtiger Gegen-stand der Cur ist zuvörderst die Verhütung des Ausbruchs derKrankheit. Ohne der mancherlei Mittel, welche der Aberglaubeoder die Gewinnsucht empfiehlt, einer Erwähnung zu würdigen,erinnern wir bloß an die Belladonna, von Münch empfohlen, wel-che auch als eins der kräftigsten Nervenmittel immer verdient, daßferner auf sie Rücksicht genommen werde, obgleich ihr bis jetzt nurselten entschiedene Hülfe.,zugeschrieben werden kann. Auch andereNervenmittel sind von Ärzten empfohlen worden. Ein« ander«Methode, die streng antiphiogistische, ist neuerer Zeit wieder her-vorgesucht worden, und diese hat, außerdem, daß sie der neuestenAnsicht von dieser Krankheit entspricht, auch noch dieses für sich,daß mehrere auffallende Beispiele glücklicher Heilung sie empfehlen.Schon Boerhave sah die Krankheit als eine höchst entzündliche an,und hielt Blutentziehung bis zur Ohnmacht, kalte Umschläge undBäder für die zweckdienlichen Mittel dagegen. Seine Methodewurde wieder verlassen, vermuthlich theils deßwegen, weil die nochnicht auf alle Fälle und für alle Stadien der Krankheit festgesetzteBestimmung und Modifikation der Methode manche Fälle »»geheiltließ, theils weil der Wechsel der medicinischen Theorien diese An-sicht verdrängte. Die jetzt herrschende freiere Ansicht der Medicinist dieser Methode günstiger, und mehrere Beispiele von Heilungscheinen bis jetzt sie zu bestätigen. Ein Arzt in Madras, Tymon,hat neuerer Zeit den ersten gelungenen Versuch der Heilung einerausgebrochensn und zum höchsten Grad gesteigerten Wasserscheudurch Anwendung der reichlichsten Aderlässe mitgetheilt. (Allgein.med. Annalen, Jul. 1816). Noch entscheidender für den Nutzengroßer Aderlässe ist eine Beobachtung von einem Hrn. Shoolbredzu Ealcutta, ferner eine im Londoner med. Journal April igiZmitgetheilte Beobachtung eines Hrn. Wynne. Auch deutsche Arzte,besonders v. Göde und O. Vogelsang, haben Versuche mit dieserMethode angestellt, die im Ganzen sehr günstig ausgefallen sind.Sie haben jedoch neben den Aderlässen noch andere Mittel, näm-lich Quecksilber als antiphlsqistischrs Mittel für das lymphatischeSystem, und Opium als Nervenmittel, in Anwendung gebracht.Da die bei dem starken Aderlaß erfolgende Ohnmacht hauptsächlicheine Bedingung der heilsamen Wirkung desselben seyn soll, wie dieerwähnten Ärzte, welchen Osann und Hufeland besonders nochbeitreten, behaupten, indem die Ohnmacht als ein Wendepunktder Krankheit zu betrachten seyn soll, als ein Zustand, in welchemnach so heftiger Schwächung des Blutfystems das Nervensystem sichcrgenmächtig wieder zu heben vermag: so habe» eincs Theils meh-rere Arzte «»gerathen, die Öffnung bei dem Aderlaß ungewöhnlichgroß zu machen, damit durch den schnellern Abfluß des Blutes die-ser Zustand schneller herbeigeführt werde, andern Theils hat manden Vorschlag gethan, Ohnmacht ohne Aderlaß zu bewirken.O. Nasse macht in dieser Rücksicht aufmerksam aus das von Parryversuchte Zusammendrücken der b-iden Kvpfschlagadern, auf dag«r ,'n einem Fall« Schlaf, in einem andern deutliche Vorboten her