WaMöo (Schlacht von) 491
der Entscheidung nahe, suchte diese durch einen Hauptangriff inseiner gewohnten Weise günstig für sich herbeizuführen; sechzehnBataillone Garden — bis dahin-nicht ins Gefecht gebracht —rückten links der Hayc Sainte gegen das Plateau der englischen-p'auptstellung, das zweite CorpS und die gest.nunte Eavalleriefolgte ihnen. Dieser imponirenden Masse rückt Wellington aufder Höhe mit sechs Bataillons, in zwei Glieder formirt, entge-gen. Die Wirkung ihrer Salven bringt die feindlichen Colsnnenzum Stehen, sie beginnen ebenfalls zu feuern (ungefähr fetzt wirddas Hölzchen bei Hougoumont wieder erobert), doch entwickeln sichvier jener Gardebataillonc und ein mörderisches Jnfanteriefeucr be-ginnt auf sehr kurzem Zwischcnraume. Während dessen wird derj-nke Flügel — durch Entsendung zweier Cavalleriebrigaden nachdem Centrum geschwächt — ebenfalls heftig angegriffen, Papelottegenommen. In diesem kritischen Augenblicks erscheint die Spitzedes ersten preußischen Corps auf dem Schlachrfelde (von Ohain her^.Papelotte wird von ihr wiedcrgenommen und rechts dieses Dorfesein Angriff gerade auf Belle-Alliance dirigirt; der dadurch veran-laßte thettweise Rückzug des Feindes wird durch Crvallerieangriffeaus dem englischen Centrum (wo indessen jene zwei Brigade»angekommen waren) und dem rechten Flügel allgemein, diealte Garde geräth in Unordnung, nur jene vier Bataillons fechtennoch und ziehe» sich dann, in Quarrees geordnet, gegen Belle-Al-liance zurück. Herzog Wellington, dem die Verwirrung der feind-lichen Armee nicht entging, befahl ein allgemeines Vorrücken, seineLinien bewegten sich conccntrisch gegen Belle-Alliance, Cavallerie-attakcn folgten rasch einander, und die französische Armee lös'tesich in eine große ungeordnete Masse auf, die keines Widerstandetfähig nach Gcnappe hin floh. Das vierte preußische Corps, umütz Uhr im Besitz eines Theils von Planchenoit, ward von demdurch die junge Garde verstärkten Feinde wieder herausgeworfen;ein Versuch es wieder zu nehmen mißlang. Als aber indessen daszweite Corps eingetroffen war, ward das Dorf mit dessen Unter,stützunq erobert und der-Kampf dadurch auch hier beendet, indemdie Reste der feindlichen Truppen sich, nun ebenfalls vollkommenaufgelös't, nach der Chaussee hinwälzten, auf welcher die große flie-hende Masse wahrend dessen bis Maison du Roi gekommen war.Es war jetzt y Uhr; die beiden Feldherrn trafen durch eine an.muthige Gunst des Zufalls bei Belle-Alliance auf einander, undder Feldmarschall Blücher übernahm die Verfolgung des Feindes,welche so lebhaft war, daß er nirgend rasten, sich nirgend sammelnkonnte; ein Versuch, Genappe zu halten, ward sogleich vereitelt,dort die ganze Equipage Busnaparte's genommen, und die Ver-folgung die ganze Nacht hindurch so rasch fortgesetzt, daß die Avant-garde unter Gneisenau am Morgen des ry. bereits bei Gsffelieseintraf, der Feind aber unaufhaltsam durch Marchienne au Portund Eharleroy über die Sambre floh. Die nächsten Resultate die-ser Schlacht, in welcher die heroische Ausdauer der Britten, wiedie ungestüme Tapferkeit des preußischen Heeres gleiche Bewun-derung verdient, wareimhie Zerstreuung der Buonapartiscken Armee,die Eroberung von beinahe zoo Geschützen mit ihren Munitions-»mzen, eine Masse Gefangener endlich. — Busnaparte's Abdan-kung, die zweite Unterwerfung Frankreichs und ein rühmlicherFriede wurden -dadurch herbeigeführt. Der französische Verlust