Weber (Carl Maria von) 497
großem Beifall nach Wien, Prag, Petersburg, und überhaupt wei-ter verbreitete, als dem Künstler späterhin lieb war, der es airein höchst unreifes, nur vielleicht nicht ganz ersindiingsheeres Pro-dukt ansah, und den zweiten Act -in 10 Tagen geschrieben hatte.Letzteres war eine der unseligen Folgen jener 'auf ein junges Ge-müth so lebhaft einwirkenden Wunderanekdoten aus demLebe» hochverehrter Meister, denen das Talent.eifrig nachstrebt»Auf eben diese Art weckte ein Artikel der musikalischen Zeitung indem jungen Componisten die Idee, auf ganz neue Weise zu schrei-ben, und die ältere» vergessenen Instrumente wieder in Anwen-dung zu bringen. Diesen neuen Planen gemäß schrieb er, als erdamals in Familienangelegenheiten nach Salzburg gereift war, dieOper Peter Schmoll und seine Nachbarn (1801), die sei-nen alten, durch manches Reue in dieser Composttion höchlichst er-freuten Lehrer, Michael Haydn, zu dem schönen Zeugnisse be-wog, welches in dem dürftigen Artikel über diesen Tonkünstler inGerbers To n k ü nst lerlexicon abgedruckt ist. Diese Operwurde, wie natürlich, in Augsburg ohne sonderlichen Erfolg auf-geführt. Die Ouvertüre dazu hat der Compsnist späterhin umge-arbeitet stehen lassen. Im Jahre iL»2 machte er mit seinem Va-ter eine musikalische Reise nach Leipzig, Hamburg und Holstein,wo er mit dem größten Eifer theoretische Werke über Musik sam-melte und studirte, aber durch mannichfaltige Zweifel bewogenj dieHarmonie in ihrem Grunde zu erforschen, sich sein eignes musika-lisches Gebäude ausbaute, in welchem er die herrlichen Regeln deralten Meister durch eignes Nachdenken begründet aümahm und be-nutzte. — Bald darauf drängte es ihn nach der Lomvelt Wiens,und zum erstenmale trat er allein in diese Welt. Hier lernteer unter mehreren großen Männern z. B. den unvergeßlichen Va-ter Haydn, auch den originellen Abt Vogler kennen, der mitder Liebe, die jedem wahrhaft großen Geiste eigen ist, dem ernst-gemeinten Streben des Jünglings freudig entgegen kam, und ihmmit der reinsten Hingebung den Schatz seines Wissens ausschloß.Auf dieses, gleich vielen andern merkwürdigen Menschen, oft ver-kannten Meisters Rath, gab Weber dam ls nicht ohne schwereEntsagung das Ausarbeiten größerer Musikstücke auf und widmetenun beinahe zwei Jahre dem emsigsten und unermüdelsten Stu-dium der verschiedenartigsten Werke großer Meister, die er inHinsicht ihres Baus, der Jdeensusführung, und in Hinsicht derBenutzung der gegebenen Kunstmittel mit seinem Lehrer gemein-schaftlich zergliederte, und sich durch eigne Studün zu erläuternund anzueignen suchte. Lautlich erschienen in-dieser Zeit nur einPaar Werkchen, Variationen und ein Elavierauszug der Vogleri-schcn Oper Somari. Ein Ruf als Musikdirector nach Breeiaueröffnete ihm ein neues Feld zur Kenntniß der Effecte; er bildetehier ein neues Chor und Orchester, überarbeitete manche frühereProducte und cvmponiite die vom Professor Rhode gedichtete OperRübezahl zum größten Theile. Doch hinderten ihn die; vielenDlcnstgeschäfte sehr an eignen Arbeiten. Desto besser konnten diemit übergroßer Begierde eingesogenen verschiedenartigen Kunst-principien abgähuen, und das rtzm vom Schöpfer eigenthümlichBerluhens selbstthätig sich ausbilden lassen. Im Jahre iMb zogrhn der kunstliebende Herzvg Eugen von Würtemberg nach Earls-ruhe in Schlesien, Hier schrieb er zwei Symphonien, mehrereS.;. 4„ Auß. x. Z2