Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
498
JPEG-Download
 

4-8 Weber (Carl Maria von)

Concerte und Harmoniestücke. Als aber der Krieg das niedliche iTheater und die brave Capelle zerstörte, trat er, von den ungün- ;stigsten Verhältnissen der damaligen Zeit begleitet, «ine Kunstreisean, von welcher er bald in das Haus des Herzogs Eugen nachStuttgart ohne unmittelbaren Dienst der Kunst zurückkehrte.Hier schrieb er, von der freundlichen Theilnahme des trefflicher,Danzi ermuntert und aufgeregt, seine bekannte Oper Silva,na, nach dem sZujet des früheren Waldmädchens von Thie, -m er neu bearbeitet (späterhin im Clavierauszuge bei Schlesinger jin Berlin herausgegeben), arbeitete seine Eantate: der erste Ton,nebst einigen Ouvertüren und Symphonien, um, undschrieb viele Elaviersachen. Im Jahre rzio widmete er sich vonNeuem ganz der Kunst, und trat eine neue Kunstreise an, klarerund entschiedener als je. Er durchzog Deutschland nach verschiede-nen Richtungen, und die Liebe, mit welcher er im Ganzen seineLeistungen als ausübender und dichtender Künstler aufgenommensah, ließen ihn alle Kraft und Reinheit des festen Willen« aufbie,ten, welche den Menschen zum wahren Priester seiner Kunst heiligt.

In Frankfurt, München, Berlin rc. wurden seine Opern gegeben,und seine Concerte besucht. Auch sah er nochmals den trefflichenLbt Vogler, kurze Zeit vor seinem Hingehen, wie er sich zweienmit herrlichen Geistesgaben beschenkten Jüngern der Kunst, Mey- .erbeer und GLnsbacher, hingab. Im Verein mit diesen ge-noß er, selbst gereifter und zur Prüfung fähiger, nochmals dessentiefe Erfahrungen, schrieb seine Oper Abu Hassan (Dacmstadti8io) und sah ihn später noch einmal in Wien voll freundlichstenAntheils an seinem Streben. Bon iZiz bis 1316 leitet« er dieDirection der Oper in Prag, die er ganz neu organiflrbe, und ^hier componirte er auch die große Kantate: Kampf und Sieg,welche nachher an mehrern Orten mit Wirkung gegeben wurde(Clavieraus^ug, Berlin bei Schlesinger). Nur seiner Kunst lebend,und in der Überzeugung, zu ihrer Beförderung und Pflege ge-schaffen zu seyn, legte er diese Direction nieder; da sein Zweckfür dort erreicht war, das, was bei den beschränkenden Verhält.Nissen einer Privatdirection geschehen konnte, aufgebaut da standund nur eines rechtliche» Wärters zum Weiterbestehen bedurfte.Daraus zog er abermals frei in die Welt, ruhig den Wirkungs-kreis erwartend, welchem das Schicksal ihn zuführpn würde. Vieleund schöne Erdichtungen kamen ihm bald von allen Seiten entge-gen. Der Ruf zur Bildung einer deutschen'Oper in Dres-den konnte ihn allein aulS neue festhalten, und diesem Geschäftwidmet er gegenwärtig seine ganze Thätigkeit mit allgemeinerAnerkennung. Diese verdient auch allerdings ein Mann, der sogroße und glänzende Eigenschaften und Talente in einer Personverbindet, nämlich das eines originellen und gründlichen Ton-setzers, eines großen a uS übe n den KünstlerS (er ist einer A,der vorzüglichsten Pianafortcspieler), eines eben so feurigen, alsbesonnenen und einsichtsvollen Musikdirektors, — in weicherEigenschaft von Weber gewiß einzig dasteht— und eines indem ästhetischen und grammatischen Theile seiner Kunst überalleinheimischen Theoretikers, Setzt man noch dazu einen poe-tisch gebildete.» Geist, der nicht in einseitiger Befangenheit seinerKunst fröhnt, sondern den tiefen Zusammenhang derselben mit an-dern Künsten, vorzüglich mit der Dichtkunst, und mit den höchsten