Aar Wechielrecht
nigsberg auf London steht iy Gulden und 7 Gr. preuß., d. i. üThlr. ic> Gr. preuß , so ist der Curs im Pari, denn so viel be-tragen 2280 Aß Silber im preußischen Courant, muß aber zu die-ser Kett allgemein mehr Silber in der beweglichen Valuta gegebenwerden, als die fixe enthält, so ist der Curs gestiegen undwenn weniger, so ist er gefallen. Auf das Steigen oder Fallendes Wechselkurses hat die Nachfrage nach Wechseln und das Ange-bot derselben esnen wesentlichen Einfluß; werden nämlich an einemPostlage von diesem Orte auf jenen mehr Wechsel gesucht als aus-äeboten. so muß der EurS steigen, im entgegengesetzten Fall abersinken. Diese Regel leidet jedoch häufige Ausnahmen, so daß wederaus dem Curs auf das Verhältniß der Schulden und Foderungenzweier Handelsplätze, noch von diesem Verhältnisse auf den Cursmit Sicherheit geschlossen werben kann. — Bisweilen geschieht es,daß Handelsleute, um sich für einige Zeit baare Münze zu ver-schaffen , Wechsel ziehen, von denen sie im Voraus wohl wissen,daß sie nicht acceptirt, sondern mit Protest an sie zurückkommt»werden. DiescnBetrug nennt man, Wechselreiterei; ein ähn-licher Betrug wird nicht selten mittelst Wechsel getrieben, bei wel-chen die Namen sowohl des Traff-nten, als des Remittenken erdich-tet sind dergleichen Wechsel heißen Kellerwechsel. — Nichtleicht hat irgend eine Erfindung wohlthätiger auf den Rational-reichthum überhaupt und auf den Verkehr der Volker insbesondregewirkt, als die Wechselanstalt. Vermittelst dieser Anstalt wirdder Credit gleichsam mobilifirt und an die Stelle der Münze, alsoan die Stelle des Unterpfandes gesetzt, was die Münze ihrem Be-sitzer für die wirkliche Realifirung der damit empfangenen Anwei-sung auf sämmtliche in den Tauschverkehr kommende Güter gewährt.Als die Handelsverhältniffe zwischen den einzelnen Ländern derErde sich vervielfältigt hatten, mußten es die Kaufleute bald weitbeguemer finden, ihre gegenseitigen Schulden auszuwechseln, alsvermittelst der Metallmünze zu berichtigen. Diese Bequemlichkeitgab den Wechselbriefen ihren Ursprung; schon Tyrus» Earthago,Athen, Korinth, Syrakus, Alexandrsen haben sie gekannt. Wer-den bei zwei mit einander im Verkehr stehenden Rationen die Wech-selgeschäfte mit gehöriger Lebhaftigkeit betrieben, so bedarf es zudiesem Verkehr keiner größer» Münzmasse, als gerade erfodcrlich ist,um die Differenz der gegenseitigen Schulden auszugleichen. Solange der Curs in der Nähe des Pari, sey es über oder unterdemselben, bleibt, d. h. so lange noch eine Gleichförmigkeit zwi-schen den von den beiden Handelsplätzen in Wechselwirkung ge-brachten Waarenmaffen Statt findet, bedient man sich gegenwärtigder Wechselbrkefe. Erst, wann der Curs so hoch steigt, daß eswohlfeiler wird, Metattmünze an den Gläubiger zu senden als ei-nen Wechsel auf dem Markte zu kaufen, tritt das edle Metall imWelthandel auk. Je lebhafter demnach die Wechselwirkung unterden einzelnen Handelsplätzen und Handelsstaaten ist, um so weni-ger brauchen die edlen Metalle selbst aufzutreten. Und, wie imWeltverkehre, so werden jetzt auch im Natkonalverkebre unzähligeHandelsgeschäfte bloß mittelst der Wechselbriefe abgemacht, so tre-ten auch in diesem Verkehre bloße Foderungen einzelner Privatleutean Andere häufiz an die Stelle wirklicher Münze.
Wechselrecht ist der Inbegriff der die Wechsel (s. d, Art.)betreffenden Rechie. Das Wechselrecht ist, so wie andre Theile