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Zenhter Band. To bis Z.]
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S°4 Weckhrttn (Wilh. Ludw)

gart, und scheint da auch das Amt eines Hofposten gehabt zuhaben, wie sich aus den, zu jener Zeit von ihm herausgegebenen,Beschreibungen verschiedner Hojfeste vermuthen läßt. Als im I.1620 zu'London eine deutsche Kanzlei für die Verhandlungen mit,den deutschen Höfen errichtet wurde, erhielt Weckherlin eine Anstel-lung dabei, wurde von Zacob l. und C.-.rl I. zu verschiednen Sen-dungen in das Ausland gebraucht und starb 1651 zu London. SeinsGedichte zeigen von einem durch die besten Dichterwerke andrerNationen genährten und gebildeten Geist. Obgleich sein Beispielnicht den großen Einfluß auf die neuere deutsche Poesie hatte, wieOpiz (s. d Art.), so hat es doch zur Verbesserung derselben un-streitig beigetragen. Weckherlin suchte als deutscher Dichter sicheine neue Bahn zu brechen. Seinem feinern Kunstsinne schienendie bis dahin gewöhnlichen Knittelreime der deutschen Dichter zu-wider zu seyn, er versuchte daher die von den Italienern, Franzo-sen und Engländern gebrauchten Sylbenmaßo auch im Deutschenanzuwenden; doch wird er hierin von Opiz übertreffen. Weckher-lin ist der erste deutsche Dichter, der das Sonett, oder Kling ge-dieht, wie er es nennt, unter uns eingeführt hat. Er gab zuerst»ine kleine Sammlung seiner Gedichte, unter dem Titel: ZweiBüchlein Oden und Gesänge, Stuttgart 1618 heraus. Eine voll-ständigere Sammlung: Geistliche und weltliche Gedichte, ließ erzu Amsterdam 1641 und eine zweite, viel vermehrte Ausgabe 164«ebendaselbst drucken. Unter den geistlichen Gedichten sind auch freie,aelungde Übersetzungen von dreißig Psalmen. Die weltlichen beste-hen aus zum Theil ernsthaften Sonetten auf verschiedne berühmteMänner damaliger Zeit, Buhlereien oder Liebgedichten, Epigram-men, Idyllen u. dergl. Sein Klaggedicht' auf Gustav AdolphsTod ist verschiedentlich einzeln abgedruckt worden. WeckherlinsAndenken war unter den Deutschen fast ganz vergessen, als esEfchenburg in die: Sammlung auserlesener Stücke der bestendeutschen Dichter rc. zr Band, Braunschweig 1778 , rühmlichst wie-der erneuerte. Seitdem find verschiedne seinK vorzüglichsten Ge-dicht? in mehrere Sammlungen aufgenommen worden.

Weckhrlrn (Wilhelm Ludwig), ein nicht unberühmter deut-scher Journalist, der Sohn eines Landpredigers zu'Botynaug imWürtembergischen, geb. am 7. Juli 7739. Er besuchte das Gym-nasium zu Stuttgart und dann die Universität Tübingen, wo er.die Rechtswissenschaft studirte. Er ging dann als Hofmeister nachEtraßburg. und von da nach Paris. Hier beschäftigte er sich mitder französischen Literatur, besonders mit Boltalre's und LinguetSSchriften, und eignete sich den persiflirenden Ton derselben an,wie seine spätern Schriften bewiesen. Er ging dann nach Wien,wo er sich mit Schriftsteller« und Unterricht, in Sprachen beschäf-tigte, sich aber durch seinen Hang znr Satire Feinde machte, undzuletzt durch das witzige, aber müthwillige Buch: Denkwürdig-keiten von Wien (1777) halbjährigen Arrest und Verweisungaus dem L nd zuzog. Nach einem kurzen Aufenthalte zu Re-gensburg ging er nach Augsburg, wo man ihn als einen geistvol-len M mn und guten Gesellschafter schätzte. Aber seine satirischeLaune, die sich in einem Pasquill ergoß, war Ursache, daß er sichauch von hier schnell entfernen mußte. Er rächte sich dafür durchdas damals viel gelesene Buch: Anselmus Rabiosus Reise durchDeutschland (177L). Er wendete sich hierauf nach Nördlingen,