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Zenhter Band. To bis Z.]
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sog Weikard

er auch die Theolog!«, die auf Universitäten vorgetragen wird,eins falsche; die wahre bestehe in der Erkenntniß seiner selbst,nämlich woraus, durch wen und wozu der Mensch geschaffen undgeordnet sey Er behauptete, daß alle Creatoren Ausflüsse beigöttlichen Wesens wären- In Ansehung der Lehre von der Drei-einigkeit und von Ehristo hatte er von dem eigentlichen kchrbegriffganz abweichende Meinungen; den Werth des äußerlichen Gottes-dienstes setzte er sehr kerab, und schilderte die Geistlichen der prote-stantischen Kirche mit schwarzen Farben. Verschiedene seiner ,Schriften wurden, auf landesherrlichen Befehl, 1624 zu Chemnitzöffentlich verbrannt. Aber sie waren bereits in verschiedenenProvinzen verbreitet, und hatten ihm eine Menge Anhänger er-worben, die unter verschiednen Namen auftraten, und zu langen,bisweilen ärgerlichen Streitigkeiten Anlaß gaben. Zu seinen An-hängern gehörte auch der bekannte gorlitzer Schuster, Jacob Böh-me; aber mit Unrecht wurde der fromme Johann Arndt (f, d,Art.) unter dieselben gerechnet.

Weikard (Melchior Adam), russisch-kaiserlicher Etatsrath,oranien-nassauischer geheimer Rath, Director des Medicinalwe-sens zu Fulda, war 174(2 zu .Römershag im Fuldcn'schen geboren.

In feinem fersten oder siebenten Jahre wurde durch den Freveleines andern Jungen, der ihn mit dem Knie so heftig in denRücken stieß, daß Weikard eine Verschiebung der Rückenwirbel da-von erlitt, seine bisher bestandene Gesundheit unterbrochen, undder Grund zu einer bleibenden Kränklichkeit und Verunstaltungseines Körpers gelegt. Dieser unglückliche Vorfall hinderte Wei-karden am Lernen, und es gingen beinahe zwei Jahr ungenützt ^verloren. In Hamelburg genoß er den Schulunterricht, und hierwar es auch, wo er den ersten Antrieb zum Studium der Medi-ein bekam. Er fand nämlich in dem Hause, wo er wohnte, einManuskript in lateinischer Sprache über IVlaleri» modiaa, nebstmehreren Apothekcrbüchsen, wodurch er bewogen wurde, iüatsri»mollica zu stu^iren und Kräuter einzusammeln. Im I. 175zkam er nach Würzburg auf die Universität, machte den philoso-phischen Cmn'us und ging dann zu den eigentlichen medicinischenStudien über. Siebold und Senf fludirten zu gleicher Zeit mitihm. Die Universität war damals so wenig besucht, daß dieLehrer, ganz entwöhnt vom Ertheilen des Unterrichts durch Er-mahnungen und Drohungen dazu angetrieben werden mußten.Weikard studirte hier bis in das vierte Jahr, besuchte, da erkeine Anleitung zum medicinischen Studium hatte, alle Vorlesun-gen, welche gehalten wurden, ging auch schon im zweiten Jahreseines StudirenS' täglich zu den Krankenbesuchen im Hospital.

Als er Würzburg verließ, hakte er den festen Entschluß gefaßt,nach Wien zu gehen, es unterblieb aber. Im I. 1764 ließ ersich examiniren und die Licenz ertheilen, späterhin aber erst zu ?

Fulda zum Dsctor promoviren. Nach geendigten Studien warWeikard in Verlegenheit über sein Unterkommen. Er bewarbsich um das Physicat zu Heidenfeld im Würzhurgischen am Main,wo ex.flch einige Zeit aufhielt, bekam aber dieses nicht, sonderneinige Zeit hernach das Physicat der Stadt und des Amtes Brü-ckenau, und wuriw besonders für den Curort bei Brücken»» be-stimmt, der aber damals noch ganz unbedeutend war. Im I.

1770 bekam er unvermuthet das Decret als zweiter Leibarzt vom