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Zenhter Band. To bis Z.]
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Zr8 Wcirhaupt

türlich, baß die Geistlichen ihn anfeindeten, zumal ba Weishavpt,ein Zögling der Jesuiten, nach ihrer Aufhebung der bitterste Femdderselben geworden war. — Er trat als ein aufgeklärter Mannmit mehreren guten Köpfen in Verbindung und suchte sie für segnensogenannten Kosmopolitismus empfänglich zu machen; dabei ginger aber so offen und so schuldlos zu Werke, daß man i<m deßhalböffentlich nichts anhaben konnte, desto mehr becüerte sich dieHierar-chie und namnitlick ihre Trabanten, die Jesuiten, ihn im Gehei-men als einen Aufklärer zu schikaniren. Als Rechtsaclehrter er-langte er vielen Ruhm, seine Vorlesungen wurden von Studentenaus allen Facultäten besucht. Er ergriff begierig diese Gelegen-heit, seine neue Lehre seinen Anhörern bekannt zu machen, und soward sein Hörsaal die Pflanzfchule des Kosmopolitismus, wofür erselbst «inen Orden, den er den Illuminatenorden nannte, stiftete,von dem er hoffte, daß er einst die Welt regieren sollte. Um somehr beeiferten sich die Jesuit.», ihm zu schade»; ja'es ging soweit, daß man ihm das Vayle'sche Wörterbuch von der Bibliothekunter dem Borwande verweigerte, daß eS ein gottloses unb är-gerliches Buch sey.. Weishaupt sah sich daher als ein Opfermönchischer Verfinsterung unter der Regierung Eacl Theodors,Churfürsten von Bayern (welcher 1799 den tüten Febr. starb) be-wogen, seine Lehrstelle im Februar 1785 niederzulegen und nochGvtha zu gehen, wo er mit dem Titel eines sächs. götyaischen Se-gationsraths seit 1786 als Privatmann lebte und sich durch Her-ausgabe mehrerer philosophischen Schriften auszeichnete. Die wich-tigsten Schriften von ihm sind: 1. Vollständige Geschichte der Ver-folgung der Jlluminaten in Bayern, ir Bb.; 2. System der Jl-luminaten; z. Schilderung der Jlluminaten; 4. Pytliagoras, oderBetrachtung über die geheim« Reqierunaskuust; 5. Materialienzur Beförderung der Welt- und Menschenkunde, eine Zeitschrift inzwei Heften, ir u. 2r Heft igoy. Um diesen so vielfach verleum-deten Mann näher kennen zu lernen, theilen wir die noch sowenig bekannte Jnstruction mit, welche er den Mitgliedern, oderden Vorgesetzten des Illuminatenordens gab. — „Bemerke^ Sie,"sagt er, „jeden Ihrer Unterg-benen genau. Beobachten Sie ihntn Gelegenheiten, wo er Reiz hat, anders zu seyn, als er sollte.Hier ist der Augenblick, wo er sich zeigen muß, wie weit er es ge-bracht hat. Beobachten Sie ihn dort, wo er nicht glaubt, bemerkt,zu werden; wo Begierde nach Ruhm und Beifall, Furcht vor Ta-del, Schande und Strafe keinen Einfluß aus seine Handlungenhaben können. Zeichnen Sie sich alles genau auf. Sie werdenunendlich viel für sich und für Ihre Leute gewinnen. Ihre Leiden-schaften, Neigungen oder Abneigungen'müsse» aber keinen Einflußauf Ihre Beobachtungen haben. Glauben Sie nicht, daß ein Menschdurchaus gut sey, wenn er eine gntc hervorleuchtende Eigenschafthat; eben so wenig, daß er darum böse sey, wenn ein zu merkli-cher Fleck, ihn verdunkelt. Diesen Fehler begehen so viele Mcnschen-beobachter und lassen sich sogleich einnehmen. Trauen Sie nicht soschnell Reichen und Vornehmen. Ihre Bekehrung geht langsam.Erstere kennen zu wenig das Elend und die Bedürfnisse, letzteredringen die Vorurtheile ihres Standes mit sich, und wollen durch-aus die ersten seyn. — Das gute Herz ist es, was Sie am meh-resten an Ihren Leuten zu suchen, und am sorgfältigsten zu bil-den habe». Aber nicht der, welcher sich dessen rühmt« hat es.