Wett Weltalter ZZZ
durfte lange Zeit hindurch nicht vor ihm erscheinen. Auch imAuslande machte diese Mißheirath großes Aufsehen. Das liebendePaar genoß indeß das größte häusliche Glück, und Philippine be-zauberte durch ihren Verstand und ihre Herzensgüte alle, die sienäher kennen lernten. Erst nach einem Zeiträume von acht Jah-ren ließ sich der Vater endlich versöhnen. Philippine selbst über-reichte ihm, verkleidet, eine Bittschrift, und ihr Benehmen da-bei, so wie ihre Schönheit, entwaffnete» den erzürnten Ferdi-nand. Er verzieh dem Sohne und erklärte dessen Kinder für le-gitim, doch wurden sie nur Markgrafen von Burgau, nicht Erz-herzoge von Österreich, genannt. Diese glückliche Ehe dauerte zoJahre hindurch. 'Philippine starb zu Jnlpruck am 24sten April1580. Der Erzherzog ehrte das Andenken seiner Gemahlin unterandern durch eine Münze mit ihrem Bildnisse und der Umschrift:Diva« rchilixpinas. Von ihren beiden Söhnen wurde der älte-ste, Andreas, Cardinal, der zweite, Carl, zeichnete sich inSpanien und Ungarn im Kriege aus, und starb 1S18 ohne Erbenzu hinterlassen. Jm^Schloffe zu Schönbrunn wird noch das Por-trait der schönen Philippine gezeigt. — In der Folge wurdenZweige der Familie Wclser nach Ulm, Regensburg und Nürnbergverpflanzt; an allen diesen Orten zeichneten sie sich durch Wohl-thätigkeitsanstalten aus. — Marx (Marcus) Weiser, Stadtpfiegerzu Augsburg, geboren 1558, galt für einen Polyhistor zu seinerZeit. Er war ein Schüler von Anton Muret, ein großerFreund und Beförderer der Gelehrten, und stand mit Galilei inVerbindung. Die Zahl seiner Schriften ist beträchtlich. Er hatsich um die Geschichte überhaupt und die seiner Vaterstadt insbe-sondre verdient gemacht; auch mächte er zuerst (igyi) die soge-nannte Peutingersche Karte (s. d. Art. Peutinger) bekannt.
Welt ist überhaüpt der Inbegriff alles Erschaffenen ober dieabsolute Totalität des Inbegriffs existircndcr Dinge, der Inbe-griff aller Erscheinungen. Der Inbegriff aller körperlichen Dingeheißt die materielle Welt, die Körperwelt. In dieser Bedeutungnimmt der Physiker das Wort und theilt die Welt in Himmel undErde. In den Worten Welttheil, Wcltkreis, Weltgeschichte,Weltumsegler, alte und neue Welt u. s. w. bedeutet Welt so vielwie unsre Erde oder das sie bewohnende Menschengeschlecht, inwelchen Bedeutungen das Wort Welt im gemeinen Leben häu-fig gebraucht wird.
Weltalter. Die Idee der Weltalter finden wir früh schonbei den Griechen ausgesprochen; sie verglichen das Leben derMenschheit mit dem des Einzelnen, und somit mochte die frühesteZeit leicht, wie die Kindheit, als die schönste,, heiterste erschei-nen. Hesi'od nennt fünf Weltalter, das goldene (Saturnische)»unter der Regierung des Kronos; das silberne, üppig und gott-los; das eherne, kriegerisch, wild und gewaltsam; daS heroische,ein Aufschwung zum Bessern; das eiserne, wo Gerechtigkeit, hei-lige Sitte und Treue von der Erde entwichen, die Seit, in derder Dichter selbst zu leben glaubte. Ovid hielt in seinen Me-tamorphosen die Bürstellungsart des Hssiod fest, läßt aber dasheroische Zeitalter weg und beschränkt die Zeit bis zur Deukalio-nischen Fiuth, Diese Idee, zuerst vielleicht als Vergleich nurin der Poesie gebraucht, ward auch in die Philosophie eingeführtund wissenschaftlich ausgebildet. Man sah diese Weltalter als