534 Weltauge Weltbürger
,die Theile der großen Weltjahres an, das vollendet seyn sollte,wenn einst die Gestirne und Planeten wieder denselben Grandam Himmel einnehmen würden, worauf dann der vorige Wechselder Schicksale wiederkehren müßte. Die Mythologie ward hiermit der Astronomie in die engste Verbindung gebracht: man ließ
ö das erste oder goldne Weltalter vom Saturn, das zweite von
»Jupiter, da» dritte von Neptun, und das letzte vom Pluto,«ach Andern von Apollo» regiert werden. Die Zeitangabefür den Ablauf des großen Welt- oder Hrmmelsjabres ward vonEinigen auf zsm> Sonnenjahre berechnet, nach Andern auf 7777(die geheimnißvolle Zahl); nach Cicero auf 12,954; nach Heraklitauf 13,000, nach Orpheus auf zwölf 100 ooojährige Monate.Die Sibyllinischen Bücher theilte» es in ro säcularische Monat«oder 4 Jahreszeiten, wovon der Frühling das goldne, der Som-mer da» silberne, der Herbst da« eherne, in welchem die Deukalis-nische Fluth auszebrochen war, und der Winter das eisern« in sichbegriff; wornach der Cyclus wieder mit dem Frühling oder demgoldnen Zeitalter von neuem beginnen tollte. — Die Idee derWeltalter ist so aus der Natur aufgegriffen, daß sie in die reli-giösen Überzeugungen fast aller Völker verflochten ist: das tau-sendjährige Reich der Apokalypse und die Bugs der Jndier find«ur Modifikationen derselben.
Weltaugr, «in halbdurchsichtiger Edelstein, der zu denOnyxen gehört, mit denen er verschiedne Eigenschaften gemein hat;choch wollen ihn einige Mineralogen, z. B, Wallerius, unter dieOpale rechnen. Er hat sechs bis sieben Ringe oder Cirkel. Manhat diese Ringe als Planeten, den mittelst«» aber als die Sonnegedeutet, und dem Steine deßwegen wahrscheinlich jenen, sonstnicht leicht zu erklärenden Namen gegeben. Er wird auch derveränderliche Stein genannt, weil er außer dem Wasserundurchsichtig ist, in das Wasser gelegt aber durchsichtig wirddaher er auch mit einem zusammengesetzten griechischen Worte Hy-drophan heißt — und seine Farbe ändert. Er findet sich nichtsehr häufig, und wird nach Beschaffenheit der Umstände bisweilentheuer bezahlt.
Weltaxe nennt man eine gerade Linie, die man sich zwi-schen den beiden äußersten stillstehend,-» Punkten oder Polen, demNord- und Südpol (s. d. Art.) durch das ganze Weltgebäudedenkt, und um welche dieses sich zu bewegen scheint. In so fernman sich nun diese Linie auch mitten durch die Erd«, von eine«Erdpol zum andern durchgehend denkt, wird sie die Erdjaxegenannt.
Weltbürger (griech. Kosmopolit) ist eigentlich jederMensch, sobald er geboren worden, als «in freier Einwohneroder Bürger der Welt, d. h. des Erdbodens, betrachtet. Aber dieVerhältnisse, unter denen er geboren wird, machen ihn zumBürger eines besondern Staats. Jeder Staat, jedes Volk hatsein eigenthümliches Interesse, und die Begierde, dieses aus-schließlich zu befördern, wird dem allgemeinen Wohl sehr nachthei-lig, und veranlaßt die häufigen Kriege. Wer nicht bloß den be-sondern Vortheil seine» Volks, sondern den allgemeinen aller Men-schen beachtet und zu befördern sucht, verdient den Namen einesKosmopoliten. Mit Recht hat man von den Geschichtschreibernverlangt, daß sie sich als Kosmopoliten betrachten und vergessen