Westerhemd« Westkndlen S45
merkwürdigen Mannes war sanft und fest, ohne Eigennutz, dochnicht frei von Herrschsucht, leine äußere Darstellung, bei schmäch-tigem mittlern Körperbau, angenehm und ehrwürdig. (Bergt. d.Art. Methodisten.) ^
Westerhemde (von Hern, oder von Weiß) heißt das ge-wöhnlich mit Kreuzen durchnähte weiß« Herndchcn, in dem die Kin-der zur Taufe getragen werden, und daher auch die Kindertauf«selbst in einigen oberdeutschen Gegenden Wester. D.
W esterwd ld ist eine bergige Gegend an der Lahn und Lippe,auch die nördliche Wetterau genannt. Die ganze Gegend ist wald-reich, aber rauh und kalt. Die Einwohner sind wenig wohlha-bend, beschäftigen sich mit Kohlenbrennen und Holzarbeiten. Rog-gen und Hafer, Flachs und Rüben sind die Erzeugnisse, die derLandbau hervorbringt. Der Westerwald enthält die GrafschaftenJsenburg, Wieb, Siegen, Dillenburg, Sayn, Beilstein, Wcsterburgund Hadamar und naffauisches Land.
Westindien. In den schönen Gewässern des atlantischenMeeres, welche von Älgen und Seegräsern wie mit einem grünenTeppich überzogen, unterirdische Gärten in ihrem crystallnenSpiegel zeigen, am Eingänge deS Golfs von Mexico, der Hondu-rasbay, und des Caraibenmeers, liegt die reiche Inselwelt, welcheKolumbus Westindien nannte. Sie bildet einen ungeheuernBogen, der von Florida aus im Norden (28° Br.) .anhebt, undsich im Süden mit der Insel Trinidad (ir° Br.) am festen Landedes. spanischen Gujana endigt. Sämmtliche Inseln, — die 70c»Bahamacilande, die 4 großen Antillen und die ^0 kleine»Antillen oder Caraiben mit den 60 Jungferninseln, —zum Theil nackte Felsen, erscheinen dem Beobachter als die Trüm-mer einer großen Landfläche, welche der mächtige Umschwung derErdkugel unser dem Äquator in seinem Fluthenwirbel verschlang.Dagegen vergrößern sich wiederum viele Antillen durch das seitJahrtausenden fortarbeitende Seegewürm der Polypen, Tubalarien'und andrer Efbguer der Madreporen, Milleporcn und sonstigenKorallen, welche dieses ungeheure Meeresbecken gleichsam austape-zircn. Besteht doch eine große Anzahl jener Inseln fast gänzlichaus kalchigen Wurmwohnungen! Indeß tragen mehrere auch dieSpur vulkanischer Bildung an sich. — Der Schiffer unterscheidetunter den kleinen Antillen oder den caraibischen InselndieJnseln im Winde (VVänckveaa ä - Irlez, Isler cku Venr), welchedem steten Ostwinde der heißen Zone am weitesten entgegenstelln;ihn also früher erhalten, und die Inseln unter dem Winde(l.eovvar <1 - lsle5, jxles SOUL 1 e Vent), zu denen jener Wind we-gen ihrer Lage später gelangt. Alle diese Inseln, mit Ausnahmeder Bermuden und Csimanen, liegen in der heißen Zone; alleindie Seewinde kühlen die Lust. Vom April bis zum Novemberherrscht die ungesunde, nasse Jahreszeit oder der aNtillische Winter;in den übrigen Monaten ist die Luft heiter. Doch auch der Maihat trocknes Wetter; dann zeigt sich die ganze Herrlichkeit des tro-pischen Sommers. Die Savannen (Wiesen) schmückt ein sammtar-tiges Grün. Unbeschreiblich schön sind alsdann die Nächte, DerMond leuchtet weit starker, als bei uns; die Venus strahlt wie einzweiter Mond und große Schaaren Feuerfliegen erhellen die Wäl-der. Im August wird die Hitze drückend; hierauf entladet sich dieelectrische Lust in furchtbare» Gewitter» und der Dunstkreis ink-m>. kix. 4t, «l»ff H. ZL