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Zenhter Band. To bis Z.]
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S 64 Westphale»

für dar Reich, Laß gleich anfangs an seine Spitze bi« ausgezeich-netsten Köpfe Westphalens traten und Gewicht genug bekamen,um den jungen unerfahrnen Monarchen zu leiten, und so gingdas Ding anfangs ziemlich leidlich, und trotz der ungeheuern Ver-luste, die die Prsoinzen erfahren hatten, und trotz der unermeß-lichen Geldbedürfnisse, die schnell herbeigeschafft werden mußten,sah man sich doch im Stande, eine ziemliche Einrichtung treffenund in kurzer Zeit eine Armee von 16,000 Mann aufstellen zu kön-nen. Die neuen Formen, die nun in allen Provinzen eingeführtwurden, der neue Rechtsgang, den die französischen Gesetzbücherbewirkten, und übechaupt alle die Neuerungen, die man mit derneuen Regierung bekam, waren zwar nicht geeignet, ihren Creditbei dem Wolke zu gründen, doch gewöhnte man sich bald daran,und fand sein Schicksal selbst erträglicher, als das der Nachbarlän-der. Die Abgaben waren zwar drückend, abex doch nicht uner>schwknglich, und gleicher vertheilt, als sie je gewesen; die neueVerfassung sicherte der größer» Bolksmasse Vortheile und Gerecht-same zu, die sie nur zu bald kennen und würdigen lernten. S»verschwaflde» nach und nach die Borurtheile, die man gegen dieselbeanfangs hatte, und die Regierung gewann bald eine große Festig-keit und Sicherheit. Der prachtvolle Hof und die unsinnige Ver-schwendung des Königs schadeten im Ganzen nichts, da der Königseine bestimmte Civilliste und außerdem noch alS französischer Prinzeine Million Franken zu verzehren hatte; es konnte daher derNation gleich seyn, wie er damit wirthschaftet« und es mußte ihrsogar lieb seyn, daß er solche im Lande ließ und dadurch daßGeld in Umlauf brachte. Übrigens konnte er, durch die Konstitu-tion gebunden, wenig Böses wirken, und der Wille, so viel Gu-tes zu thun, als in seinen Kräften stand, war gewiß nicht zuverkennen. Die ersten Zeiten seiner Regierung gingen auch soziemlich glücklich hin; aber im Jahre igoy entstanden, durch denösterreichischen Krieg mit Frankreich veranlaßt, innere Unruhen;auf der östlichen Seite des Reiibs brachen unter Schills Anführungfeindliche Strcifcorps in die Provinzen an der Elbe, im Südenentstand bei Marburg ein Bauernaufstand, und selbst die Residenzwurde nur durch ein Ungefähr von einer weit aussehenden Ver-schwörung gerettet. Dies gab Gelegenheit zu einigen hartenMaßregeln und zur weiter» Ausöildung der hohen Polizei, dienun als ein Schreckgespenst zwischen den Herrscher und das Volktrat. Der König sah sich auf die Vorstellungen Frankreichs ge-zwungen, sein Militär unverhältnißmäßig zu vermehren und eSbis zürStarke von mehr als zo,000 Mann zu bringen. Dies machtedie Konskription nun äußerst lästig und vermehrte die Ausgaben,wofür so wenig der Finanzminister, als die zum zweiten und zumletztenmal? herbeigerufenen ReichLstände Rath wußten. Mangriff zwar zu einigen verzweiflungsvollen Mitteln, zur Verschleu-derung einiger Domänen, wobei vielleicht zu leichtsinnig zu Werkegegangen wurde, und nahm zur Herabsetzung der Staatsschuldseine Zuflucht; aber alles dies half nur der augenblicklichen Rothob, und das Übel wurde zusehends größer. Doch schien dasKönigreich für diese seine Anstrengungen dadurch emen Ersatz zuerhalten, daß im Jahre igio das ganze Hannöverische damit verei-nigt wurde. Kaum hatte man indeß davon Besitz ergriffen, als«ine andere Verfügung des Kaisers den größten Theil Westphalen