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Lande truppweise fliegen. Löwenzahn und Gauchheil schließen nebst ^andern Gewächsen ihre Blumen vor dem Regen; stumpfe Hörneram Neumond, eine bläuliche Gonnenscheibe am Morgen, großscheinende Sterne gehen dem Regen voraus. Die entgegengesetz-ten Zeichen deuten auf schönes Wetter. Wind wird vorhergesagtdurch blaffe Sonne, durch rothen Mond, durch starkes Funkelnder Sterne; grünlicher Horizont am Himmel mit einzelnen Wol-ken deutet auf Sturm. Bekannt ist ferner, wie das Verkriecheneiner Spinne, welches Kälte bedeutet, Holland erobern half; wie >die Ruffen den harten Winter von 1812 durch den zeitigen Ab-gang der nördlichen Zugvögel voraus wußten.

Wetterau ist der Name eines ebnen, zum Theil von Ber-gen bcgränzten, sebp fruchtbaren Landstrichs, der größtentheils indem jetzigen Großyerzvathum Hessen (Hessen-Darmstadt) liegt,von dem kleinen Flusse Wetter, der bei Laubach entspringt, undbei Afftnheim in die Nidda fällt, den Namen hat, und sich vonFrankiurt am Main über Gießen und Nidda Nach Hanau zieht.Der Fläch-nraum dieses Landstrichs wird auf ig geogr. Quadrat-meilen, oder 4-8,o.;o Morgen Landes geschätzt, wovon die Hälftezum Getraidcbau benutzt wird. Da der Boden sehr ergiebig ist— man erbaut gewöhnlich das zehnte Korn — so wird viel Ge-traide ausgeführt. Bei der ehemaligen deutschen Reichsverfaffunghieß ein« der vier Eoll-gien, in welche die deutschen ReichSgrasenund Herren auf dem Reichstage eingetheilt waren, das We'tter-auische Collegium. Es gehörten dazu die Fürsten und Grafenzu Goims, Jienburg, Stolberg und verlchicdne andre.

W ette rli ch ter, auck St. Elmus- Feuer, nennt man ,«ine gewisse merkwürdige Erscheinung an hohen in die Luft ra-genden Körpern/ vorzüglich auch an den Spitzen der Mastbäume,an welchen man bei einer Gewitterluft zuweilen rauschende Flam-men wahrnimmt, welche, ohne jedoch Schaden zu thun, eineZeit lang fortdauern; sie erscheinen gemeiniglich bei starkem Windeund werden doch von diesem nicht bewegt. Die neueren Lehrer inder Phvük nehmen diese Wetterlichter, den Pbänomenen des elec-trischen Lichts gemäß, als Zeichen der in Spitzen und Ecken ein-dringenden Elektricität an; ja man bat auch an menschlichen undthierischen Körpern dergleichen Erscheinungen wahrgenommen.

Wetterscheide (Wetterscheidung), nennt man einen Ortauf der Erdkläche, über welchem die Gewitterwolken entwederaufgehalten werden, oder sich zertheilen.

Wettin (Grafen von), eine im Mittelalter berühmte undangesehene Familie, von welcher das jetzige königliche Haus Sach-sen und die herzoglich sächsischen Häuser abstammen. Die Grafenvon Wettin hatten ihren Namen von Wettin, einem slavischenOrte in dem ehemaligen Saalkreise des Herzogtbüms Magdeburg,in dessen Nähe das Stamm- und Residenzschloß der Grafen glei-ches Namens sich noch befindet. Die Grafen von Wettin schei-nen jedoch 'nicht slavischer Herkunft gewesen zu seyn. Die ehema-lige Sitte, den Ursprung der meisten angesehenen fürstlichen Häu-ser in Deutschland von dem bekannten Heerführer der Sachsen, ,Wittekind (s. d. Art.), herzuleiten, machte, daß man ihn auch .für den Ahnherrn der Grafen von Wettin, mithin des ganzensächsischen Hauses, ausgab. Aber diese Behauptung gehört, un-geachtet ter Stammtafel, wtlche die sächsischen Genealogisten ge-