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Zenhter Band. To bis Z.]
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57 o Wezlar

Feste und die Entscheidungen gehören »or gewisse Privatbehök,den (gewöhnlich Vereine von den Eigenthümern der Pferde), dievon der Regierung ganz unabhängig sind; doch gibt letztere (seitden Zeiten der Königin Elisabeth und Jacobs I.) noch gol-dene und silberne Schalen als außerordentliche Preise bei den gro-ßen königlichen Wettrennen, deren jährlich üo in ganz Englandgehalten werden. Außerdem gibt es jährlich an 4aoPri»atweltren-yen. Doch rechnen die Eigenthümer dabei mehr auf die großen Ver-l kaufspreite an Liebhaber, die sich überbieten, und auf das Spring-zeld (jedesmal Z — zo Guineen und drüber), als. auf jene Ge-winnste; denn oft wird der schönste Renner überwunden, behaltaber dennoch leinen entschiedenen Werth. Darum sind die Wett-rennen kein Kloßes Glücksspiel, sondern äußerst wichtig zur Auf-muntruna der Pferdezucht, die nur dadurch einen so hohen Gradvon V r-dlung erhalten hat. Doch behaupte^ Kenner, es habedie gute Race abgenommen, weil man, um weitausgreifende Ren-ner zu erziehen, mehr auf große, als auf wohlgebaut« Stutenvon reinem Stamme gesehen hat. Indeß geht nichts über dieSorgfalt, mit der man die Wettläufer wartet; auf jede Verän-derung der Witterung wird dabei Rücksicht genommen. In ihrenStall n sind sehr ofr Ölen, das Futter wird ihnen zugewogen,und wenn die Zeit des Rennens herannaht, werden sie purgier,klystirt u. s. w. Sie sind daher oft so weichlich, daß jedes rauheLüftchen sie krankmacht. Das Wettrennen selbst, ein Fest, dasvon allen, Ständen mit Leidenschaft geliebt wird, findet auf einemabgemessenen Plötze Statt, wo der quadrat- oder cirkelförnngeWeg durch weiß angestrichene Säulen, welche die Renner allezeitzur reckten Hand behalten müssen, bezeichnet ist. Die Weite,welche jedes Rennpferd laufen muß, betragt vier englische M,i>len. Da ein Pferd grade so viel Last tragen muß, als das andre,so wirb ein gewisses Gewicht für die JockeyD, welche die Pferdereiten, vorgeschrieben. Ist ein Jockey leichter, so belastet manihn mit lo viel Gewicht, als ihm-fehlt. Eins die Jockey's nebstden Satteln und Zäumen oder Trense» ihrer Pferde von den- ge-schwornen Richtern gewogen, so reiten sie, auf ein Zeichen mitdem Waldhorn, an die Bahn, wo sie sich vor einem aufgespann-ten Seile in eine gerade Linie stellen. Das Seil fällt, sobald ge»blasen wird, und d -S Reiten beginnt. Gewöhnlich wird obigeEntfernung in 8 bis y Minuten zurückgelegt. Man hat Beispiele/daß ein Pferd dreimal in einem Nachmittage gelaufen ist, und je-desmal gewonnen, also über aj deutsche Meile in 27 Minutenzurückgelegt hat. Zwischen jedem Rennen ist eine Pause von ei-ner Stunde und länger. Sobald die Reiter am Ziele anlangen,werden sie wieder gewogen, ob sie nicht etwa unterwegs eine«Theil der Gewichte weggeworfen haben. Stallknechte nehmen diePferde in Empfang, wischen sie sorgfältig ab, reiben ihnen die.Füße, besonders die Gelenke, mit Strohwischen, und zuletzt gie-ßen sie ihnen spanischen Wein, einigen auch Franzbranntwein ei«.Hierauf werden sie zugedeckt, und bis zu einem andern Rennenherumgeführt.

Werlar, ehemals eine freie Reichsstadt, seit 1814 zur preu-ßischen Provinz Niederrhein, Regierungsbezirk Eoblenz gehörig,liegt in der Wettcrau (s. d. Art.) an der Lahn, ü Meilen vonFrankfurt am Main, an einer Bergkette in einer sehr angcnch-