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Wieland

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««,. Gokrates' ward das Ideal eine- Weisen für ihn und erstrebte dem schönen Muster mit Glück und Eifer nach. Die Rich-tung seines Geistes in dieser Zeit bezeichnen die zebn morali-schen Briefe, die er im I. 1751 schrieb, und welche durch diedamals erschienenen Lxine» ckiverso, esncs Deutschen, von Bar,veranlaßt wurden. Hier zeigte er zuerst recht deutlich, daß Lieb-lingsschriftsteller so stark auf ihn zu wirken pflegten, daß'»r un-vermerkt, oft ohne Wunsch und Wollen, etwas von der Manierdessen annahm, den er eben sehr achtete. Eine Bemerkung, welchestch durch alle seine spätern Erzeugnisse bestätigte. Diese Briefezeichnen sich schon durcy den Ton Sokratischer Ironie, jene Horozi»sche Feinheit, jene Sterne'sche Laune au«, worin der Dichterspäterhin fast unübertroffen dasteht. Sie sind sämmtlich an seinegeliebte Sophie gerichtet, und fanden eine sehr günstige Aufnahmedei feinen Zeitgenossen. Um diese Zeit schrieb er auch ein Gedicht:Anti-Ovid, abermals ein Lehrgedicht, in jener freiern Vers-art, derselben sich schon die Franzosen, statt der damals üblichenAlexandriner, mit Glück bedient hatten. Es war das Produktweniger Tage und nicht von Bedeutung. Ein anderer Geniuswirkte in dieser Zeit auf ihn, wie »och keiner sein Wesen in An-spruch genommen hatte, Klop stock. „Als ich den Messias las(die 5 ersten Gesänge)," sagt er selbst von sich, „glaubt« ich erstmich selbst zu verstehen, und mir war immer, als fände ich hiererst ausgesprochen, was ich selbst hätte aussprechen wollen!" Da«war kein Wunder, denn Frömmigkeit war ein Grundzug in un-sers Dichters Wesen. Auch Klopstocks Elegien drangen tief infein reines, zartempfindendes Herz. Von Tübingen kehrte Wielandim Juni 1752 in seine Vaterstadt Biberach zurück. Sehnsuchtnach der Geliebten zog ihn dahin. Obgleich sein Plan der war,in Göttingen als akademischer Lehrer aufzutreten, nahm er dochlieber das Anerbieten an, zu Bodmer nach der Schweiz als lite-rarischer Gesellschafter sich zu begeben, in dessen Hause ein Jahrzuvor auch Klopstock gewesen war. Wieland hatte nämlich anBodmer ein nachmals von dem Verfasser selbst vernichtetes Helden-gedicht Herrmann eingesandt, welches dieser mit vielem Bek-siill ausgenommen hatte, dadurch war ihre Bekanntschaft ange-knüpft worden. In Bodmers Hause, das man ganz eigentlich ei-nen kleinen Musentempel nennen konnte, fühlte sich Wieland rechteinheimisch. Hier fand er außer dem belehrenden, aufmunterndenUmgänge mit Bodmer selbst die beste Gelegenheit mit den Schrif-ten der Männer bekannt zu werden, welche damals als Zierden undKoryphäen der neu aufblühenden Literatur der Deutschen angese-hen wurden, mit Hagedorn, Gleim, Hallcr, Rost, Schlegel, Gel-iert, Klopstock, Eulzer und Andern, auch fehlte es in Zürich selbstnicht an ausgezeichneten Gelehrten und Künstlern, welche einenengern, geselligen Kreis um den wackern Bodmer bildeten, z. B.Breiiinger, Hirzel, Salomo Geßner, Füßli, Heß u. s. w. Bod-mer selbst faßte.eine sehr innige Neigung zu dem jungen Wieland,der sich , seiner natürlichen Geschmeidigkeit zu Folge, seinem vä-terlichen Freunde vielleicht zu bildsam hingab. Er besorgte aus Dank-barkeit und Verehrung gegen denselben die neue Auflage der Sammlungder zürcherschen Streitschriften zu Verbesserung des deutsche» Ge-schmacks wider die Tottschedsche Schule von 1741—44 und begleitetesie mit einer Vorrede. Auch schrieb er eine Abhandlung von den