Mekand 585
phontisckien Syropädie — die er anfänglich auch in seinen Cyruseinweben wollte — veN ersten dramatischen Roman indeutscher Sprache unter dem Titel: Araspes und Pantheo.Die Gewalt der Liebe und dre Gefahren, womit sie bedroht ist,wenn sie sich nickt der Lugend und Ehre unrcrordnct, sind hierauf eine Arr geschildert, welch« schon dem Verfasser des Aga-then ahnden lassen, dessen Idee auch wirklich jetzt rn seiner Seelelebendig zu werden anfing. BsdmerK Haus hatte Wieland schonim 3 - 1754 »erlassen. Er unterrichtete nun die Sohne zweierjürcher Familien vier Jahre lang, worauf er nach Bern zum Tand-vogt Sinner al- Hauslehrer, ging, welche Stelle er jedoch baldwieder aufgab. I» Bern sing sein ganzes Wesen an, eine bestimm-tere Richtung zu gewinnen, wozu der Umgang mit interessante»Frauen nicht wenig beitrug. Er lernte hier unter andern auchRousseau'« Freundin, Julie Bondeli, kennen, mit der er in sehrerfreulichen Verhältnissen lebte, bis endlich das Jahr 1760 ihn an-der Schweiz rief und i» seine Vaterstadt Biberach zurückversetzte.Ohne sein Zuthun, ja gegen seine Neigung wurde Wieland in denRath dieser Stadt aufgenommen, allein er fühlt« bald, daß dieGeschäfte diese« Amts sich mit seinem eigenthümlichen Wesen nichtrecht vereinigen lassen wollten, auch hatt« er bereit« zu viel vonden Freuden feinerer Geselligkeit gekostet, al« daß es ihm In derAbgeschiedenheit von diesen, die er in Biberach fand, hätte gefallensollen. Dazu kam noch, daß er die erste Geliebte seine« Herzens, al«Sophie von la Röche, vermählt wieder fand, wodurch ihm manchereizende Aussicht in die Zukunft plötzlich zerstört wurde. Dies Al-les drängte den regsamen Geist, die nach Darstellung ihrer Schö-pfungen rastlos strebende Phantasie in die innere Welt des Ge-müth« zurück, und er hatte es in der That als ein Glück zu be-trachten, daß er auf eine Arbeit gerieth, welche nicht nur seineganze Geisteskraft in Anspruch nahm, sondern ihn auch auf dasmannichfaltigste belehrte,, unterrichtete, aufklärte, ermuthigte undstärkte, wir meinen die Übersetzung der Werke des Shak-speare. So wenig es dem durch die Griechen, Römer undFranzosen gebildeten Deutschen bei seiner ursprünglichen Neigungznr Eurhythmie und Schönheit der Gestaltung gelingen konnte, denGeist des erhabenen, so einzig originellen Brittcn fich ganz anzu-eignen, so leistete Wieland doch für seine Zeit in dieser schwierige»Arbeit sehr viel, und brach die Bahn, auf der spätere Über-setzer nun leichter fortschreiten konnten. Die spätere Esch enbur-giiche Übersetzung war auch nur eine Verbesserung der Wieland-schen. Ein geistreicher Darsteller von Wieland« Geist und Wesensagt von dieser,Arbeit: (Morgenblatt, 1313. Rro. 8 y.) „Wielandübersetzte mit Freiheit, erhäschte den Sinn feines Autors, ließ beiSeite, was ihm nicht übertragbar schien, und gab seiner Ratio»«inen allgemeinen Begriff von den herrlichen Werken einer andern, sei-nemZeitalter die Einsicht in die hoheBildung vergangener Jahrhun-derte," eine Ubertragungsart, welche man jetzt mehr Bearbeitung al«Übersetzung nennen würde, welche aber doch viel Verdienstliche« hat,indem sie die Bekanntschaft mit dem fremden Autor gar sehr er-leichtert. Wielanos Arbeit erschien in den Jahre» 1762 —1766 i»acht Bänden bei Geßner, Orell u. Comp. in Zürich und enthielt28 Schauspiele, folglich nicht sämmtliche Werke des großen Krit-ik». tzschcndurg fügte in seiner Umarbeitung noch die 14 fehlen.