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Zenhter Band. To bis Z.]
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Wieland S87

überzeugend aus, daß man diese Entschuldigung deS an sich aufkeine Weise Lobenswerthen wohl gelten lassen kann und muß.Auch bewies Wieland durch sein ganzes Leben sich als den streng-sten Beobachter aller Gesetze des AnstandeS und der reinsten Sitt-lichkeit. So hat auch derjenige Kritiker, dessen Tadel in obigerHinsicht vielleicht da- meiste Gewicht haben mußte, weil er ausdem reinsten und keuschesten Gemüthe und dem scharfsinnigstenGeiste zugleich ausging und von einem Dichter ausgesprochen wur-de, der gegen sich selbst außerordentlich streng war, nämlichSchiller in seiner Abhandlung: Über naive und senti-mentale Dichtung, über WielandS Muse geurtheilt, und einerseiner Biographen, Gruber, in seiner Schilderung WielandS(ir Th. S. 187 ». folg.) übernimmt nicht ohne Glück das Ge-schäft, den sonst so edlen Dichter auf die überzeugendste Art zu ver-theidigen und den genannten Charakterzug seiner Muse psycholo-gisch zu erklären und in das passendste Licht zu stellen. Wir ver-weisen daher die Leser der Beschränktheit des uns hier zugemessene»Raumes wegen auf das genannte Werk. Das erste Product Wie-lands, welches den Ausdruck jener, wir möchten sagen, franzö-sisch-griechischen Sinnlichkeit an sich trägt, war diepoetische Erzählung: Radine, welche er selbst eine Schöpfungin Prior« Manier nennt. Auf dieselbe folgten im I. 1764die Abenteuer des DonSylvio von Rosalva oderder Sk^g der Natur über die Schwärm erek,^ ein Titel,der schon den Standpunkt andeutet, auf dem sich der Dichter inseiner Ansicht der Welt und des Lebens befand. Hier diente demDerf. der Don Quirote, den er so sehr liebte, zum Muster, undhier entfaltete er auch die ganze Fülle der ihm zu Gebote stehendenheitern Ironie und scherzenden Satire. In die I. 1766 «. 1767fällt die erste Erscheinung desjenigen Werkes, welches WielandsRuhm am meisten sowohl im In - als Auslande begründen hals,der Agathen. Er hatte die Idee zu diesem Werke, wie be-merkt, schon während seines Aufenthaltes in der Schweiz gefaßtu»d sich immerwährend, auch indeß er sich andern Arbeiten hingab,damit beschäftigt, bis er vom I. 1764 an die Ausarbeitung desWerkes selbst unternahm. Man hat gesagt, Wieland habe sichselbst in der Person des Agathen geschildert, und es ist wohl nichtzu läugnen, daß sich nicht nur viele Iüg« des Dichters in demBilde wiederfinden, sondern daß auch dadurch das Gemählde alleinjene innere, tiefere Wahrheit erhalten konnte, welche es so vor-züglich auszeichnet. „Die Absicht des Vers.," sagte dieser selbst vonseinem Werke, „war nicht, ei« Bild sittlicher Vollkommenheit in sei-nem Helden aufzustellen, sondern zu zeigen, wie weit es ein Sterb-licher durch die Kräfte der Natur in der Weisheit und Lugendbringen könne, und wie viel Antheil die Außenwelt an der Bil-dung unsers Wesens habe." Übrigen« ist dieses geistreiche Buch mitRecht immer von Seite» der Darstellung als ein Muster betrachtetworden, und wird gewiß, wie auch der Geschmack sich ändern mö-ge, zu allen Zeiten als solches gelten können; der Berf. zeigt sichals einen echten Priester der Grazien, als einen Eingeweihten indie Geheimnisse der Schönheit und der Liebe. Die Liebe wares, die unsern Dichter, in allen ihren Erscheinungen vorzüg-lich beschäftigte. Ex hatte sich lange mit der Idee getragen, seineAnsichten davon in einem größer» Gedichte, Psyche, oiederzule-