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Zenhter Band. To bis Z.]
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Wieland Z89

Amor (1771), wodurch er die Gattung der Poesie, der er sichbisher gewidmet hatte, gewissermaßen rechtfertigte, so wie er eineallgemeine Rechtfertigung seiner Lebensansichten und philosophischenMeinungen in dem Nachlasse des Diogenes vonSrnope(1770 zuerst erschienen) der Welt mittheilte. In dieser Zeit dich»tete Wi.land auch das so berüchtigt gewordene Gedicht Komba-bus, wodurch er aufs deutlichste bewies, wie sehr er sich in Behandlungsolcher Gegenstände, die auf der äußersten Gränze des Auslandes schwe-ben und kaum zu berühren sind, ohne in den Verdacht absichtlicherUnzüchtigkcit zu verfallen, von den Franzosen der damaligen Zeit un-terscheide; indessen wollen wir nicht läugnen, daß vielleicht dieserGegenstand gar nicht zu solchem Zwecke, wozu ihn Wioland bear-beitete, hätte gewählt werden sollen. Vielleicht aber verführte ihngerade die Schwierigkeit des WagstückeS, wie großen Geister«, dieihre Kraft fühlen, nicht selten begegnet. Über die Beschäftigungseines Dichtcrtalents fand Wielands philosophischer Forschungsgeiftdurch zwei MerkwürbigkeUen jener Zeit sich bedeutend angeregt,nämlich durch das, was Rousseau schrieb und Joseph H.ausführte oder auszuführen sich bestrebte. Die interessanten Para-doxen Rousseau's über den Raturstand des Menschen, und über dieSchädlichkeit der Künste und Wissenschaften veranlaßten bei Wie-land, der über dir Geschichte der Menschheit Vorlesungen hielt undselbst darüber schreibe» wollte, ein eignes Studium der Natur-geschichte des sittliche» Menschen, und als Keiträge zueinem solchen sind betrachten sein kleiner Roman Korko'x undKikequetzel und mehrere Abhandlungen, welche unter dem Ti-tel: Beiträge zur geheimen Geschichte des menschli-chen Verstandes und Herzens aus den Archiven derNatur (1770), erschienen sind. In allen zeigt sich ein tieferBlick ins Annexe der Natur und eine klare gefällige Darstellung,verbunden mit den Reizen feiner Ironie und reichten Scher-es.Angeregt von den Bedürfnissen der nach Licht sich sehnende» Mensch-heit und c.> gedenk seines hohen Berufs, wiewvhl oft zu ungestümhingerissen von dem Wunsche, die Frucht und Blüthe zugleich amBaume zu sehen, bereitete Joseph H. einen großen Umschwung inde», Leben des Staates vor, und entzündete alle gleichgestimmteGeister mit der lebhaftesten Begeisterung für seine erhabenen Zwecke.So wurde auch Wieland in die Sphäre geführt, worin sich derau geklärte Gesetzgeber und Staatsverwalter bewegte, und dieserRichtung seiner geistigen Thätigkeit verdanken wir den golde-nen Spiegel oder die Könige von Scheschian, „eineArt von summarischem Auszuge des Nützlichsten, was die Großenund Edlen einer gesitteten Nation aus der Geschichte der Mensch,heil zu lernen haben." Boltainscher Witz, Lristram ShandyscheLaune, verbunden mit der deutschen Gemüthlichkeit und dem edlenErnste eines menschenliebenden Herzens spiegeln sich in diesem Werke.Z.ht beginnt in Wielands Leben diejenige Periode, welche für dievolle Entwickelung feiner glänzenden Talente unstreitig die wirk-samste war, da sie ihm außer der ihm so gcknz anpassenden, äußernUmgebung auch die hinreichende Muße gewährte, sein Aufenthaltin Weimar. Die Herzogin Anna Amalia nämlich harte im3 . den geliebten Gemahl verloren und fand ffch in der Blü-the der Jugend mit der Regierung des Landes und der Sor«r für»>e Erziehung von zwei Söhnen zugleich belastet. Mit MutS