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Zenhter Band. To bis Z.]
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5ys Wieland

und Eifer, mit Einsicht und Liebe hatte sie beide» Pflichte» ge-nügt und so waren die Prinzen, auf denen die Hoffnung des Lan-des ruhte, bis in das Alter gekommen, wo sie eines männlichenErziehers bedurften. Zu diesem wichtigen Posten wurde Wielanddurch den Frctherrn von Dalberg, der ihn in Erfurt auf dasgenaueste batte kennen gelernt, vorgeschlagen, und er nahm diesenehrenden Ruf mit Freuden an. Im Octbr. 1772 ging er mit demCharakter eines herzogt, sächs. weimarfchcn HofrathS und einemjährlichen Gehalte von icmo Thlrn., so lange er die Erziehung derPrinzen leiten würde, und üoo Thlrn. *) lebenslänglicher Pensionnach vollbrachtem Geschäfte, nach Weimar ab. Dieses war jetztein Ort, von dem Niemand ahnete, daß er das werden würde,was er späterhin besonders durch die erlauchte Fürstin ward, dieauch Wieland zu sich rief. Indessen fand der Letztere schon mitihrer Umgebung die edlen Künste vereinigt, welche das Lebenwahrhaft erheitern und verschönern und mehrere ausgezeichneteGeister regten sich in vielfacher Thätigkeit. Die Namen einetEckhvf, Brandes, Beck, Seiler und die einet Musäus, von Ein-siede!, von Knebel, von Borgt, Bertuch u. s. w. bestätigen diet.Wieland fühlte sich in solcher Gesellschaft bald ganz einheimischund sein Genius regte, von innerer Zufriedenheit belebt und durchmannichfache Ermunterung von außen gehoben, muthiger dieSchwingen. Er wandte sich zuerst wieder dem Theater zu undfaßte besonders das Schauspiel ins Auge, daher die Entstehung deSdramatischen Gedichts: die Wahl des Hercules und derAlceste, die den 2ysten Mai 177z zum erstenmal« auf demweimarischen Hoftheater erschien, und bald in ganz Deutschlandmit rauschendem Beisalle aufgenommen wurde. Allein bedeutenderfür die deutsche gesammte Literatur ward das Unternehmen, demer sich von dieser Zeit an, sein ganzes Leben Hindurch, mit beson-deren Fleiße und der größten Sorgfalt widmete: die Heraus-gabe des deutschen Merkurs. Da er durch diese Monats-schrift besonders der Kritik «ine bessere Richtung zu geben trach-tete, mußte er hier seine Ansichten vsn der Kunst und ihren höch-sten Gesetzen, so wie seine Grundsätze in Beziehung auf die Kom-position poetischer Erzeugnisse frei und bestimmmt aussprechen. Erthat dies unter andern auch durch Briefe über seine Alceste, dieschon im Septemberhefte des Merkurs vom I. 177z erschienen.Hierdurch wurden besonders zwei große Geister zur lebhaftestenOpposition aufgeregt: Göthe nämlich und Herder. Beidekonnten sich mit den einseitigen Kunstansichte« nicht vertragen»welche die Franzosen, und durch ihr Beispiel geleitet, auch dieDeutschen jener Zeit beherrschten und welche da» höchste Gesetzin Beobachtung einer Art symmetrischer Eorrectheit setzten, derfreien Entfaltung deS tiefern Lebens gleichsam Ketten anlegten,und dieses als Rohheit und gemeine Natur verschrien. Göthewurde dadurch so entrüstet, daß er eine Satire unter dem Titel;Götter, Helden und Wieland, schrieb, welche die großeNatur, die in ihm lebte, und die er besonders in seinem Shak-fpeare wiederfand, an der armen und kurzsichtigen Cirkelei der

*) Der jetzt regierend« EroKherzog von Weimar hat seinem geliebte«Lehrer stets seine« ganzen Gehalt von rooo Lßlr». jtzhrl. als Pensio»gelassen.