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zu Böchnka, das jährlich 200,000 Centn. liefert, einen reinen jähr-lichen Ertrag von zwei Millionen Mulden. ES ist immer ein großerBorrath von Salz, bisweilen von einigen 100,000 Centn. vor-handen. In den Gruben zu Wieliczka gibt es drei Arten Stein-salz, die geringste Sorte ist mit Letten vermischt und hat einengrünlichen Schein. Das Faß von diesem Salze zu sechs Centn. ko-stet 3^ Thlr. Das beste ist das Crystallsalz, das in wärfelartigeFormen ausfällt. Die Farbe dieser Salzsteine ist dunkelgrau mitGelb untermischt. Man findet auch in dem Salze bisweilen ein-zelne zum Theil starke Stücken schwarzen Holzes. Das Salz inden Gruben zu Bochnia ist etwas feiner und wird durchaus inFässer geschlagen. — Dieses Salzwerk gehörte ehemals, wie Ga-lizien selbst, zum Königreiche Polen, kam aber bei der Theilungdieses Landes im I. 177s an Österreich. Nach dem dritten Artikeldes lgoy zu Wien geschloßnen Friedens wurden die Salzwerke zuWieliczka in ihrem ganzen Umfange dem Kaiser von Österreich unddem Herzogthum Warschau gemeinschaftlich überlassen. BeideTheile stellten eine gleiche Anzahl von Beamten zur gemeinschaftli-chen Verwaltung an und hielten auch, bloß der Polizei wegen,ein« gleich« Anzahl Truppen daselbst. Nach dem pariser Frieden(1814) kamen, in Folge der Verhandlungen des wiener Kongresses,diese Salzwerke wieder ganz an Österreich. Der geschickte sächsischeMechanikus, Bergrath I. G. Vorlach, hat Grundrisse von denGängen dieses Salzwerk« gefertigt, welche I. E. Nilson zu Augs-burg in vier großen Blättern in Kupfer gestochen hat. Eben die-ser Kupferstecher hat auch 1760 ein großes Blatt nach C. MüllersZeichnung geliefert, welches einen anschaulichen Begriff von diesenmerkwürdigen unterirdischen Gruben gibt. Man glaubt, daß dieSalzwerkc zu Wieliczka mit dem, längs den karpatischen Gebir-gen, in einer Länge von ungefähr 120 deutschen Meilen hinlaufen-den unterirdischen Salzstocke^ der sich zu Ojka-Rimnik in der Wa-lachei endigt, zusammenhängen (s. Fichte!« Geschichte des Stein-salzes und der Steinsalzgruben in Siebenbürgen, Nürnberg, 1780).— Die Stadt Wieliczka, die zwei Stunden von Cracau ent-fernt ist, hat 340 Häuser mit 3400 Einwohnern und ist der Sitzeines Salinenoberbergamts und Berggerichts, unter dessen Direktionauch das Salzwerk zu Boznia steht.
Wren, die Hauptstadt des österreichischen Kaiserthums undseit Maximilians I. Zeiten die beständige Residenz der BeherrscherÖsterreichs. Sie liegt in Niederösterreich auf einer kleinen Anhöheam rechten oder südlichen Ufer der Donau, von welcher ein Armzwischen der Stadt und einigen Vorstädten durchgeht, in den sichhier der kleine, drei Meilen von der Stadt im wiener Walde ent-springende Fluß Wien ergießt. Die Gegend um die Stadt istsehr angenehm und fruchtbar, das Clima zwar sehr abwechselnd,aber doch gesund. Wien besteht aus der eigentlichen Stadt undvielen Vorstädten, über deren Zahl die Topographen nicht ganzeinig find; gewöhnlich gibt man 33 Vorstädte an. Die eigentlicheStadt, die 1^ Stunde im Umfang hat, enthält 1400 Häuser, diegrößtenthcils gut gebaut und bisweilen 7 Stockwerk hoch sind. Inden Vorstädten, deren Umkreis man, mit Inbegriff des Praters,auf 3j deutsche Meilen rechnet, gibt es über 5700 Häuser und ihreAnzahl nimmt »och immer zu. Im Jahr 1814 betrug die Ge-sammtzahl der Einwohner, mit Ausschluß der Fremden und de»