Wilhelm I. (K. d. Niederlande) 607
abgekocht hatte) ganz ausblieb, nach dem tapfersten Widerstände,in welchem Prinz Friedrich, sei» Bruder, der den rechten Alu,gel befehligt«, verwundet wurde, sich mit Verlust nach Gent undhinter die Scheide zurückziehen mußte. Im Feldzuge 1794 ero-oberte der Erbprinz Landreci.s den zosten April, hierauf warf eran der Spitze eines niederländisch - österreichischen Heeres von50,000 Mann d-n Feind über die Sambre; allein in der großenSchlacht am Lösten Juni, als er schon mit dem rechten Früget sieg-reich vorgedrungen war, mußte er, da die Franzosen Charieroi er-stürmt und den linken Flügel bei Fleueus geschlagen Hütten, nachder Anordnung des Brinzen von Coburg, sich esenialls zurückziehn.Hierauf wichen (2ie'Juli) die Oste-.reicher vor Pichrgtu und Jvur-dan bis hinter die Maas, und dem Erbprinzen blieb bei seinemgeschwächten Heer« nichts übrig, als in Verbi,düng mit demHeere des Herzogs von Park, das aus Engländern, Hannovera-nern und Hessen bestand, die Gränzen der -Republik zu decken.Allein die Festungen siüen und die Kälte baute dem Feinde Brü-cken über die Waal, so daS Pichegru schon den 17. Januar 1795in Utrecht einrückte. Die Partei der Patrioten begünstigte denFeind, und der Erbstatthckltcr sah sich außer Stand, die von ih-ren Bundesgenossen verlassene Republik zu retten. Seine Söhnelegten daher den röten Januar ihre BekeylShaberstellen Nieder,und Wilhelm V. schiffte sich den izten und i-gten mir seiner Fa-milie und einigen Getreuen zu Scheveningen auf iy elcnben Fi-scherpinkrn nach England ein. Hier ward dem unglücklichen Für-stenhaus? Hamptoncourt als Wohnsitz eingeräumt; allein die bei-den Bruder gingen bald wieder auf das feste Land zurück, umeine Schaar ausgewanderter Niederländer auf Englands Kosten zubewaffnen. Doch nach dcm basier Frieden zerstreute sich dieseskleine Heer. Prinz Friedrich trat rn österreichische Dienste, unddcr Erbprinz begab sich mit seiner Familie nach Berlin, wo ervon dem diplomatischen Einflüsse des mit Frankreich befreundetenpreußischen Hofe« eine günstige Wendung seines Schicksals erwar-tete. Übrigens beschäftigte er sich mit der Erziehung seiner Söhne, -mit den Wissenschaften und mit der Verbesserung seiner in terGe-! gend von Posen vom Fürsten Jablonowski erkauften Herrschaften,
> wohin er Colvnisten zog, und auf welchen er die Leibeigenschaft
aufhob. Auch erwarb er in der Folge'einige Landgüter in Schle-sien. Da sein Vater inzwischen die durch den RelchSdeputations-schlnß ihm zugefallene Entschädigung in Deutschland, Fulda, Eor-»ey, Dortmund, Weingarten u. a. O. m., an seinen Sohn, denErbprinzen, den 29. Aug. 1802 abgetreten harte, so nahm dieserdavon am Ende des Jahrs Besitz, und wohnte seitdem in Fulda,brachte jedoch einen Theil des Winters in Berlin zu. In seinenneuen Staaten stallte er nach Beseitigung fast endloser Hindernisse,durch eigne zweckmäßige.Thätigkeit, Mitteist einer sparsame» undeinfachen Verwaltung und besonnenen Abschaffung vieler Mißbräu-che, ohne rasche R,»erringen, einen gut geordneten Zustand wie-der her. Sein RechtSsinn und die Humanität, mit' welcher erDiener und Unterthanen, ohne Unterschied der Religion, behan-delte, erwarben ihm die Liebe s.ines Volks. Unter me.hrern Ver-besserungen müssen vorzüglich die an die Steile der unbrauchbarenUnwersktit zu Fulda von Meißner l us Prag) und Gierig neu«»gerichtete höhere Schuianstalt (Lyceum) und die Stiftung eines