6og Wi.helm I. (K. d. Ni'ederlande)
Landkrankenhauses genannt werden, wozu der Fürst die Fondsvon zwei eingezogenen Klöstern verwandte. Nach dem.Tod« sei-nes Baters (y. Apr. 1806) übernahm der Fürst die Regierung sei-ner naffauischen Stammländer. Als er aber die von Paris ausihm gegebenen Winke, zu dem Rheinbünde zu treten (dessen Bil-dung, ohne Preußen« Vorwiffen, Succhesini und Haugwitz für un-möglich hielten), im Gefühl der Würde eines deutschen Fürstennicht beachtete, verlor er die Hoheit über die oranischen Lande,welche seine Stammvettern Nassau - Usingen und Weilburg, undMurat, Großherzog von Berg, erhielten. Die Oberherrschaft !über das schöne Weingarten hatte sich der neue König von Wür-temberg von Napoleon erbeten. Auch Fulda sollte er verlieren,wenn er nicht zu jenem Bunde träte, i» welchem Falle er Vergrö-ßerung (durch Würzburg) hoffen durfte. Allein der Fürst beschloß!es sey besser mit Ehren zu fallen, als den Namen Oranien durchUnterwerfung unter ein fremdes Joch — dafür erkannte er denRheinbund schon damals — zu schänden. Alle Anträge von Nas-sau, von Murat u. A., wurden abgelehnt. Hierauf ging derFürst im August 1806 nach Berlin, wo er, als Inhaber eine«preuß. Regiments und Generatlieutcnant, späterhin im Septbr.den Oberbefehl über eipe Abtheilung des rechten Flügels des preu-ßischen Heeres zwischen Magdeburg und Erfurt erhielt. Nach derunglücklichen Schlacht bei Jena mußte er dem Fetdmarschall Möl-lendorf nach Erfurt folgen und gerieth durch die Kapitulation,welch« der verwundete muthlvse Greis abschloß, in Kriegsgefan-genichaft; doch durfte er sich bei seiner Gemahlin im Preußischen ^aushalten. Allein Napoleon erklärte ihn, so wie den Churfürsten «von Hessen und den Herzog von Braunschweig, seiner Länder sie 'verlustig, und Fulda mußte schon den 27sten Octbr. dem französi-schen Kaiser huldigen; Corvey, Dortmund und die GrafschaftSpiegelberg wurden 1307 den« Königreiche Wcstphalen einverleibt.Selbst die in der Bu„d«sacte ihm vorbehaltenen Domänen wurde»von Berg und Würtemberg eingezogen; nur Bayern that die«nicht, und die andern rheinischen Bundcsfürsten versprachen wenig-stens den reinen Überschuß an den beraudten Fürsten auszahlen zulassen. Dieser war unterdessen mit seiner Gemahlin und Familienach Danzig gegangen. Als der Krieg der Weichsel sich näherte,wollte er nach Berlin zurückkehren; allein nur seine Gemahlin,die krank war, durfte daselbst wohnen. Er selbst mußte über dieOder zurück und begab sich nach Pillau. Im Fritden zu Lilsttward seiner nicht gedacht. Ihm blieb nur der Besitz seiner Gü- ^ter im Herzogthume Warschau. Er lebte aufs Neue ganz denWissenschaften und seiner Familie in Berlin, wo sein ältester Prinzin der Militärakademie erzogen und dann nach England geschicktwurde, wo er unter Wellington in Spanien, durch Heldenmulhsich auszeichnete. Im Kriege Frankreicts mit Österreich i 8 oy, ds' -gab sich der Fürst mit seinem Jugendgefährten und stetem Begier- ster, Fagel, als Freiwilliger zum Heere des Erzherzog« Carlund focht iu der Schlacht bei Wagram mit. Darauf kehrte nnach Berlin zurück. Unterdessen hatte das Unglück der holländi-schen Nation die Sehnsucht nach der Rückkehr des Hauses Oranli»iinmer mehr genährt. Mehrere einflußreiche Männer (Hogendorp,Maasdam, Limburg Stirum, Hoop Driet, Jonge u. A. m.) be-reiteten Alles vor, wenn günstige Ereignisse eintreten sollten.