Wilhelm der Eroberer 609
Als nun Napoleon bei Leipzig geschlagen war, arbeiteten jene inAmsterdam, Haag, Rotterdam, Awvlle u. a. a. O. an der Wie-derherstellung des Hauses Oranien mit souveräner Gewalt, untereiner frein, Verfassung. Wilhelm Friedrich, davon u «errichtet,begab sich nach England, um mit der brittischen Regierung Maß-regeln wegen Unterstützung der Niederländer zu verabreden. Hier-auf brach, als die Sieger von Leipzig den Gränzen Hollands nah-ten- der Aufstand des Volks in Amsterdam au« (d. 15. und 16,Rovbr.); und mitten unter französt-chen Kriegshaufen erklärtesich hen igten auch der Haag für den Prinzen, in dessen Rammder Graf Limburg Stirum an die Spitze der Zwtscher.regicrungtrat. Auf die davon erhaltene Kunde schiffte sich der Fürst ein,und landete den systen Noobr. bei Scheveningen. Da« Volk be-grüßte ihn mir Jubel als seinen souveränen Fürsten, und Am-sterdam, wo der Fürst den asten Dccbr. einzog, machte diesenBeschluß feierlich kund. Aber noch waren sz feste Plätze inden Händen der Franzosen, die bei Utrecht im Lager standen.Allein bald befreiten die Bundesheere das Land. Wilhelm Fried-rich beschleunigte die Bewaffnung des niederländischen Volks,und übertrug einer Commission die Entwerfung einas Verfassung-«gesetzes, das den 2ysten März 1814 von den Abgeordneten desVolks angenommen und darauf von dem Fürsten beschworen wurde.Auch leine deutschen Erbländer hatt« er schon vor Ende des I.igrz wieder in Besitz genommen. Darauf sprach der wiener Con»greß die Vereinigung Belgiens und Lüttichs mit den vereinigte»Niederlanden als ern Königreich aus, und der Fürst wurde unterdem Namen WilhelmI. zum König der Niederlande undzum Großherzog von Luxemburg den «bten März 1815 imHaag ausgerufen. Allein er mußte seine treuen Stammlävder inDeutschland für den Besitz von Luxemburg, das seit dem 22stenJuli iZiZ zum deutschen Bunde gehörte, an Preußen abtreten.Seitdem hat er mit Festigkeit und freisinniger Gerechtigkeit dieneue Verfassung gegründet. Den 2isten Juni rgiü ist er dem hei-ligen Bündnisse beigetreten. Im I. 1814 wurde er österreichischerFeldmarfchall, stiftete den niedcrländ. Wilhelms - Milltarverdienst-unö im I. 1815 den Civilverdienstorden des belgischen Löwen. Erresidirt abwechlelnd in Brüssel und im Haag. Man vergleichedie interessante Biographie dieses Monarchen von einem seinerehemaligen Etaatsdiencr, dem verdienstvollen I. v. Arnolds,in den Zeitgenossen, Nr. VI., Leipzig 1817. li.
'Wilhelm, der Eroberer Englands in Zeit von wenigen Wo-chen, der Gesetzgeber dieser Insel und Stifter einer Dynastie, wel-che Jahrhunderte lang darin herrschte, war der uneheliche Sohnde« Herzogs Robert von der Normandie, den dieser mit einemLandmädchen Arlotte im I. 1016 zeugte. Die Liebe zu dieserbewog den Herzog, der zwei erwachsene Söhne hatte, ihm betdem Tode sein Land zu überlasse», und ihm, da Wilhelm erst 9Jahr alt war, den König von Frankreich als Vormund, nebst ei-nigen andern großen Vasallen Frankreichs vorzusetzen. Da indes-sen die ältern Brüder, aus rechtmäßiger Ehe erzeugt, dadurchÜbergängen waren, so fehlt« nur wenig daran, daß Wilhelm ei»Opfer der Unruhen geworden wäre, welche sich über den Besitzseines Landes erhoben; selbst der König von Frankreich suchte ihmbris zu entreißen, «nd nur die großen Geistesgaben des junge»r»n«. ««;. HeAofi. x. zy