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612 Wllhelm (K. v. Wärtemberg)

sich erworben habt. In dankbarer Erinnerung daran hat er ihnvon Erlangen, wo er Professor der Rechte war, ins Vaterlandzurückberufen, um ihn wieder in seiner Nähe zü haben, und ihmjenen neuen so ausgezeichneten Posten ang,wiesen. Der ruhigeFortgang bet Bildung, so wie der Aufenthalt in Würtcmbergselbst, das erst eigentlicher sein Vaterland geworden war, nach,dem Friedrich Eugen, sein Großvater, die Regierung des Herzog-thums angetreten hatte, erlitt zweimal widrige Störungen durchfranzösische Einfälle, in den Jahren ,796 und 1799. In diesenbeiden Jahren mußte er mit der übrigen würtembergischen Familiedas Vaterland verlassen, und während der letzten Entfernung,tm Jahr igor», begab er sich auf einige Zeit als Freiwilliger zurösterreichischen Armee unter Erzherzog Johann. Er focht dieSchlacht von Hohenlinde» mit, und gab als Jüngling von 17Jahren die ersten Beweise von jenem Muth und jener Mickschro-ckenheit dem Feind gegenüber, welche die Welt neuerlich an demMann bewundert hat. Sein Feuer riß ihn mitten Nnker dieFeinde hinein und mit Mühe gelang es seinen Begleitern, ihn zuhalten und zurückzubringen. Schon im Dec mber des Jahrs 1797hatte der Vater des Prinzen die Regierung des Hcrzogthums an-getreten und er selbst führte von nun an den Titel des Erd-prinzen. Sei« Vater, wie es denn so seine Art war, wollteihn, auch als er bereits zum Jüngling herangewachsen war, i»derselben vollständigen Abhängigkeit des Verhältnisse« erhalten, wel-che ihm schon früher hatte beschwerlich fallen müssen. Da erkannteder Sohn, daß Friede zwischen ihnen Beiden in solcher Lage un-möglich seyn möchte; er beschloß, lieber vom Hofe desselben sichzu entfernen, und trat im I. 180z eine langdauernde Reise durchmehrere der bedeutender» Länder Europa'« an. Dem Aufenthaltin der ehemaligen Kaiserstadt der Deutschen und der Betrachtungihrer Merkwürdigkeiten ward sofort längere Zeit gewidmet;dann ein Theil von Deutschland und Frankreich durchreis't, unddas Wesen des neuen Hofs zu Pari- in der Nähe gesehen undbeobachtet, was sonst Unerhörtes damals dort vorging; aber mehrals andere Länder zog den Prinzen da« herrliche Italien mit sei-nen schönen, kunstvollen Städten an. In mehreren derselben hieltihn sein Interesse für Geschichte, Kunst und Natur länger fest,als dies bei den meisten Reisenden der Fall zu seyn pflegt. 3 «Jahr 1806 begab er sich »ach einer dreijährigen Abwesenheit wie-derum ins Vaterland zurück, nachdem bereits sein Vater die Würde«ine« Königs von Würtemberg angenommen hatte. In stiller Zu-rückgezogciibeik lebte der Kronprinz von da an bis zum Jahr 1812mit wenrgcn Freunden in Stuttgart. Kein glänzendes Fest wurdein seinem Palaste gefeiert, noch kündete er durch prunkvolle Aus-züge sein Erscheinen an. Wenn er zu Pferde saß oder im Wa-gen fuhr, unterschieden ihn nur seine ausgewählten Pferde v«agewöhnlichen Edelmann; noch Liter sah man ihn im Kleide deseinfachen Bürger«, von den Meisten unerkannt, allein durch dieStraßen gehen, oder seinen Gang auf das Feld machen. Ei»großer Theil seiner Zeit war dem Lesen gewidmet, manche Stundedem Leben in der freien Natur; im Sommer hielt er sich öfterseinzelne Tage, bier und da eine ganze Woche, in Scharnhaust»auf, einem freundlichen Landsitz unweit Stuttgart, den er sichnicht prächtig, aber geschmackvoll eingerichtet hatte. Dann gehört«