Wind 629
«ine Ausgabe darnach besorgen ließ, die jedoch den Erwartungender Kenner nicht entsprach; seine übrigen Papiere kamen in dieBibliothek des Hauses Albani; 1749 führten sie die Franzosen nachParis, »on wo sie jedoch wahrscheinlich zurückgekehrt sind. Winckel-manns Geist ist in seinen Schriften ausgeprägt, die eben so schätz»bar durch gehaltvollen Inhalt als körnichten einfachen Ausdruck sind»Ihr unvergängliches Verdienst besteht darin, daß sie zuerst dieewigen Principien der Kunst ausstellen und die Werke derselbennach ihrem wqhren, durch jene Principien bedingten Wesen und ih-rem Zusammenhang unter einander darstellen. Rächstdem enthal«ten sie einen Schatz von historischen Aufklärungen, gegen den dieeinzelnen Irrthümer unbedeutend erscheinen. Sie finden sich ge-sammelt, bis ayf die sVlonumenri inesiiri, die Desmi^>tic>n «!eikieiieo xrsvess und die verschiednen Bciefsammlungen, IN der vo»Fernow begonnenen und von Meyer und Schulze beendigten Aus»gäbe, Dresden, 7 Bände, 1808—17. Rächstdem ist zu Winckel»mann« Kenntniß zu empfehlen Göthe's treffliche Schrift: Winckek«'mann und sein Jahrhundert.
Wind ist jede Bewegung in der Dunstkugel, die durch da«aufgehobene Gleichgewicht ihrer Luft in so fern erzeugt wird, alsalle Luftschichten der Atmosphäre ihr gegenseitiges Gleichgewicht zu -erhalten und das gestörte wiederherzustellen bemüht sind. Mausieht leicht, daß die Stärke des Windes (Orcan, Sturm, Wind,Windstille, Windstöße rc.) auf der Größe und den übrigen Ver»hältniffen der Störung beruhen müsse. Die Atmosphäre besteht i»einem ewigen Kreislauf ihrer Schichten, die durch beständigenWechsel ihres Ortsverhältnisses, rücksichtlich ihrer chemischen Mi-schung, gleichförmig erhalten werden. Ohnedies wäre keine Zer-streuung angesammelter ungesunder Stoffe, keine gehörige Berthei-lung der Feuchtigkeit und des überall nöthigen Sauerstoffes mög-lich, welcher letztere täglich durch das Athmen der Thiere, durchdie stets vorfallenden Verbrennungsprozesse theilweis aufgezehrtwird. Die hauptsächlichste Ursach der Winde liegt in astronomi-schen Verhältnissen unsers Planeten zur Sonne. Au» dieser kom-men auch alle Winde her, die regelmäßig zu bestimmten Jette«wehen. Der halbjährige nördliche Stand der Sonne und der dar-auf folgende halbjährige südliche erwärmt abwechselnd die eineHälfte der Atmosphäre starker, als die andere. Durch die wäh-rend des Standes der Sonne im Meridian bewirkte Ausdehnungund darauf folgende Zusammenziehung durch Erkältung entstehtein regelmäßiger Wind, der auf dem Meere, wo kein hoher, nochandrer Gegenstand eine Abänderung hervorbringt, in seiner Re-gelmäßigkeit am genausten beobachtet werden kann. Er ist inner-halb des Zostcn Breitengrades südwestlich im Norden des indischenMeeres zur Frühjahrs- und Sommerszeit, nordöstlich im Winter.Im äthiopischen Meere aber macht ihn die Landnähe für immersüdöstlich. Die täglich ostwärts gehende Bewegung der Erde gibtdiesen Winden eine Abweichung nach Osten, ss daß sie auf dernördlichen Seite vom Äquator nordöstlich, auf der entgegengesetzte»oft südöstlich blasen. Im stillen Meere.dehnt sich jedoch dieser re-gelmäßige oder Passatwind südlich vom Äquator weiter hinab, alsnördlich, wo er nur bis zum fünften Grade bemerkt wird, höheraber viel mit Sturm abwechselt. Im indischen Meere hat derselbeaus der Nordseite eine Dauer v»s ü Monaten, wo er sich d«i»