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Zenhter Band. To bis Z.]
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Winrerschlaf dc« Thiere 635

sich eine sichere Schlafstelle aufzusuchen. Die Fledermaus verbirgtsich in dunkele Höhlen, oder in die Schornsteine verfallncr Schlös-ser. Der Igel wickelt sich in Blätter ein, und legt sich gewöhn-lich unter Gestrippe von Farrenkräutern. Hamster und Murmel-thiere vergraben sich in die Erde und die Springmaus von Canadaschließt sich in eine Kugel von Thon ein. Dabei rollen sich dieseThiere gewöhnlich so zusammen, daß die Glieder vor der Kältegeschützt sind, daß die Eingeweide des Unterleibes und selbst dieLuftröhre zusammengedrückt werden, wodurch der Umlauf des Blu-tes unterbrochen wird. Viele dieser Thiere, besonders die Nager,lvie der Hamster und die Wanderratte, häufen vorher Vorrärhe an,von denen sie wahrscheinlich leben, bis der Schlaf ste übermannt.Während dieser Periode bemerkt man nun folgende Erscheinungen,Zuvörderst Abnahme der Wärme. Diese wird bei manchen Thie-ren um 20, bei andern um 40 bis 50 Fahrcnheitische Grade ver-mindert; doch ist -sie immer noch größer, als die Temperatur derLuft in dem Wintermonaten. Wenn sie im Winter erweckt wer-den, so nehmen sie sehr bald wieder ihre natürliche Wärme an,und diese künstliche Erweckung schadet ihnen nicht. Ferner athmendie Winterschläfer viel langsamer und unterbrochner. Oft be-merkt man mehrere Minuten, ja wohl gar eine Viertelstunde lang,nicht den geringsten Athem, selten wird man mehr als einmal inder Minute sie athmen finden. Daher verderben sie auch durchdas Athmen die Luft weit weniger, und können selbst in verdor-bener Luft viel länger aushalte», als wenn sie wachen. Natürlichmuß sich das Herz verhältnißmäßig eben so langsam bewege».Beim Hamster schlägt es im Winterschlaf nur funfzehnmal in derMinute, während man im wachenden Zustande wohl ng Herzens»schläge zählt. Ihre Reizbarkeit ist sehr gering und man hat Ham-ster in diesem Zustande zergliedert, die nur dann und wann nachLuft schnappten, wenigstens das Maul öffneten und auf deren Ge-därme Schwefelsäure und Weingeist .wenig oder gar keine reizendeWirkung hatten. Murmelthiere kann man nur durch starke elektri-sche Schläge aus der leydner Flasche wecken. Eben so ist die Ver-dauung gemindert, Magen und Gedärme gewöhnlich leer, und selbstwenn sie erwacht sind, zeigen sie nur in geheizten Zimmern Frrß-begierde. So vermindert sich auch das Gewicht derLhkere währenddes Winterschlafes ungemein. Die Ursachen dieses Zustandes hatman gewöhnlich in einem abweichenden Bau des Körpers gesucht.Wahr ist es, daß die Venen in der Regel viel w-iter und größersind, daher die Arterien, von den Venen überwogen, nicht die ge-wöhnliche Thätigkeit beweisen können. Auch öffnet sich die großeHohlvene nicht bloß in das rechte Herzvhr, sondern sie theilt sichin zwei ansehnliche Stämme, und die Thymusdrüse, die bei denKindern im Mutterleibe so bedeutend groß ist, hat hier ebenfallseinen außerordentlichen Umfang. Indessen muß man doch, wennman dieUrsachen dKsesZustandes auszählt, manche äußern Umständenicht übersehen. Es ist gewiß, daß die Kälte, wenn sie auch »ich!die einzige Ursache ist, doch einen bedeutenden Antheil an dieserErscheinung hat. Daher Thiere dieser Art auch mitten im Svmmer einschlafen, wenn man sie in kalter Temperatur zu erhaltenweiß, dagegen bleiben sie munter, wenn man sie gegen den Win-ter in geheizte Zimmer bringt und mit Futter versieht. Doch fallen sie hier sogleich in Schlaf, wenn das Heizen einr Zeit lang