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Zenhter Band. To bis Z.]
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Wisbaden 637

»der anmuthige Dörfchen. Die Stadt hat ungefähr gegen 500recht gut gebaute Häuser, besonders in der Nähe der Bäder. Sieist lebhaft, mit breiten, reinlichen Straßen und gutem Pflaster ver-sehen. Mitten in der Stadt befindet sich eine mit Hecken undAlleen umgebene Esplanade, die zu Spaziergängen dient, aufwelchen man ohne Zwang erscheinen kann. Unter den Straßen er-innert noch die Saalgaffe an die alte Pfalz der Karolinger, welch«hier stand und der Saal hieß. Von dem alten Schlosse ist nochetwas Mauerwerk übrig; das neue Schloß erbaute Johann Ludwigvon Nassau gegen Las Ende des lü. Jahrhunderts. Das Rath-haus ist wegen der in Holz gearbeiteten und ändern Verzierungensehenswerth. Zu dem sehr geschmackvollen neuen Kursaalmachte Hr. v. Wolzogen aus Weimar den ersten Plan; ausgeführtward dieser durch dessLandbaumeister Zais asif Lctien. Die Frontebeträgt zgc», die Tiefe 170 Fuß und gg inländische Marmorsäulentragen ihn von. innen und außen. Täglich sind hier in der Cur-zcit Concerte, denn das Gebäude enthalt eineft schönen Lanzsaal,mehrere andre Säle und Zimmer. Die Römer kannten schon diematliakischen Quellen, und noch bemerkt man hier die Spuren desvon Drusus erbauten Castells auf dem Kirchhofe; auch hat mattÜberreste römischer Bäder entdeckt. Schon die Karolinger hat-ten stier eine Pfalz, welche Carl der Große oft bewohnte. Ottoder Große erhob yög Wisbaden zur Stadt. Wisbaben zählt vier-zehn warme und zwei kalte Mineralquellen. Das Wasser derselbenenthält: kohlensaure Kalkerde, Bittercrde, salzsaures Ratrum, salz-saure Kaikerde und Biktererde, schwefelsaures Ratrum und schwe-felsaure Kalkerde, Thonerde und etwas mit kohlensaurem Natrumaufgelöstes Eisen. Die heißeste Quelle hat igi°Fahrenheit. Mattbenutzt das Wasser weit mehr zum Baden als zum Trinken. Wirk-sam ist es bei Jnfarcten, bei Berschleimung im Magen und Darm»canale, in Verstopfung der Leber, bei Gelbsucht und Gakenübeln,Verstopfung der Drüsen des Unterleibes bei Kindern, Rheumatis-men, Gicht und Podagra, Lähmungen der Glieder, Hautauss.chlä-gen und G schwüren rc. Dagegen ist das Wasser schädlich bei allenKrankheiten, wo eine große Schwäche der festen Theile des Kör-pers, oder ein aufgelöster Zustand der flüssigen Theile Ursache ist,wie z. B. bei hektischen Fiebern von innern Eiterungen, bei denmeisten Wassersüchten, im Scorbut, krebshaften Übeln, bei starkemFluß der monatlichen Reinigung, der goldnen Ader u. d. m. DieStadt hat nur ein trinkbares Wasser, das in Röhren vom schwal-bacher Wege hereingeleitet wird- alle übrige Brunnen der Stadtsind salzig. Der Badehäuser sind 23, mit Ausschluß des Hospital-bads und des öffentlichen bürgerlichen Bads. Die bedeutendstenBadehäuser sind: 1. der Rindssuß, 2. der Schühenhof, Z. derAdler, 4. die Rose, Z. der Bär, 6. der schwarze Bock. Sie sindgemeiniglich 20 — 40 Fuß hoch und bestehen aus dem Badehauseund Wohnhaus?; bei fast allen sieht man gegen das Dach, welchesmehrere Öffnungen zum Abzug des Dampfes hat; jedes enthält10 — zc> Badestüochcn, die verschlossen werden können und derenBoden mit Backsteinen ausgelegt ist. Man bezahlt gewöhnlich fürsein Bad wöchentlich i Thlr. bis 1 Thlr. 12 G,r> . Durch Canäl«wird von den Hauptquellen aus das Wasser in dir übrigen Bäderder Stadt geleitet. Die Einwohner von Wisbaden sind sehr gefäl-lig und überhaupt Leute von LebfvWst. Sie treiben nicht nur