6q 6 Wodan Wohlbrück
tharkna 17 . am 2Ssten September 1782 den St. Wladimirorben (s.d. Art. Orden). Wladimir starb roig. Seine Nachkomme»theilten, zu ihrem eignen Verderben, das Reich unter sich. Dermächtigste unter diesen kleinen Staaten war eine geraume ZeitHindurch das Großfürsteythum Kiow. Im Z. 1157 nahm einerder kleinern Regenten. Andreas I., auch den Titel eines Groß-strsten an, und wählte zu seiner Residenz die Stadt Wladimir«m Fluss« Kljaesma. Von der ehemaligen Größe dieser Stadt,die, obgleich sie jetzt die Hauptstadt des Gouvernements gleiche«Namens ist, nicht mehr alt 150? Einwohner in 250 hölzernenHäusern hat, zeugen die noch jetzt vorhandenen 25 Kirchennebst verschiedenen Klöstern, und daß hier der Sitz eines Erzbi-schofs ist. Das Grsßfürstenthum Wladimir war unter den übri-gen russischen Staaten der einzige, der von den benachbarten Völ-kern (Polen, tzitthauen, Mongolen) nicht unterjocht wurde. Un-gefähr gegen Anfang des i-zten Jahrhunderts verlegten die Groß-fürsten ihre Residenz nach Moskwa, und die Stadt Wladimirkam seitdem in Abnahme. — Wladimir oder Wlodsimirz ist«ine Stadt im ehemaligen Bolhynien, welche 177z mit an Wer«seich abgetreten wurde und nun zu Gallizien gehört,
Wodan, s. Nordische Mythologie.
Wohlbrück (Gottfried), Regisseur und Schauspieler bei demStadttheater zü Leipzig. Es gibt eine Gattung dramatischerDarstellungen, welche bei den Alten, wenn auch nicht unberück-sichtigt blieb , doch. lange nicht so geschätzt und ausgebildet war,«ls sie es besonder« in den letztverfloffencn beiden Decennien unteruns vorzüglich durch Jffland wurde, wir meinen die eigentli-chen Eh arakte rdarstellllngen,' «der diejenigen Stücke, wo Dich-ter und Schauspieler sich's zum Hauptzwecke gemacht haben, de»fnnerik geistigen Organismus eines Menschen dergestalt zu ent<«icheln, daß sein «igenthämlicheK Wesen nicht nur in den sprechend-sten Zügen klar von uns angeschaut wird, sondern auch durch dieseEigenthümlichkeit unsere ganze Aufmerksamkeit und Theilnahme«rrcgt. Warum diese Charaktergemählde bei den Alten minderals hei uns geschätzt wurden, ist hier nicht der Ort zu untersu-chen, weil es dazu an Raum gebricht, allein daß sie eine schätzen«-werthe Bereicherung der dramatischen Kunst sind, wird NiemandläugneN'. Daher auch diejenigen darstellenden Künstler, welch«darin etwa« mehr al« Gewöhnliches leisten, aller Achtung undder Auszeichnung werth sind. Der obengenannte Künstler gehörtzu dieser Classe und hat durch dergleichen Darstellungen vorzüglichseinen Ruf begründet, Seine Darstellungen sind mit Kenntnißder menschlichen Natur, mit feiner Beobachtung der Art und Weist,wie sich die verschiedenen Charaktere zu äußern pflege», und mitPieler Haltung und Übereinstimmung ausgeführt. Er strebt demgroßen Muster in dieser Gattung, Jffland , nicht ohne Glück nach,wie die« sein Geiziger nach Meliere, sein Oberförster indesJägern, sein Rath an und andere Rollen beweisen. Auch dasDeinkomische mißlingt ihm nicht. Hier Einiges von seinen Lebens»umständen? Er ist geboren zu Berlin, und hat seine Bildung aufdem Friedrichswerderschen, dann auf dem Joachimsthalschen Gym-nasium erhalten. Die Neigung zur dramatischen Kunst möcht«wohl dadurch in ihm geweckt worden seyn, daß er als Knabe schon»N Wfführpng kleiner Dramen auf jenen Unierrichtsanstalten An-