Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
647
JPEG-Download
 

Woiwoda Wolcvlt 647

theil nah«. Er las, da ihm der Besuch öffentlicher Schauspieleverboten war, desto mehr dramatische Werke, und kannte Engel-Mimik und Lesfing« Dramaturgie ziemlich genau, ehe er ei»Schauspiel sah. Im i7ten Jahre verließ er Berlin, um SchrS«ders Theater in Hamburg zu besuchen. Im I. 1739 betrat erzum erstenmale die Bühne zu Eaffel bei einer reisenden Gesellschaft,die nächsten fünf Jahre stand er bei der DLbbelinschen Gesellschaftund in Hannover und Bremen, kam dann nach Riga, wurdehierauf beim Hamburger Theater angestellt, w» er, in jugendli-chen Rollenfächern beschäftigt, sich einen ehrenden Ruf zu erwer-ben wußte. Im I. 1305 wurde er al« Regisseur eine- von Kunst-freunden errichteten Theaters nach Düsseldorf berufen. Jetzt wid-mete er sich dem Fache des Feinkomischen und der Darstellung voirCharakterrollen, vornehmlich humoristischer und sentimentaler Al-ten. Nach fünf hier verlebten Jahren trat er eine Kunstreise an,und besuchte bis zum December r8io die Theater zu Wien, Re-gensburg, München, Augsburg, Stuttgart, Earlsruhe, Mann-heim, Darmstadt und Frankfurt. Im I. i8n blieb er beimHoftheater in Darmstadt, dann ging er nach München, wo er a»des bekannten Heigels Stelle als Mitglied der Bühne trat. ImJahre 1316 besuchte er die Theater zu Berlin und Hamburg undging im I. 1317 als Rigiffeur und Schauspieler zum neu errich-teten Stadttheater zu Leipzig.

Woiwoda, ein slavonisches Wort, das so viel als Heerfüh-rer im Kriege (äux Kolli) bedeutet, und aus den beiden slavische»Worten Woi, Truppen, und Wodit', anführen , zusammenge-setzt ist. Die Fürsten der Walachei und Moldau ließen ehemals ,Woiwoden, ehe sie von den griechischen Kaisern, mit denen sie i»einiger Verbindung waren (14ZY), den Titel Despoten erhiel-ten, an dessen Statt sie nachher den Titel HoSpodar, so vielals Herr, annahmen. — Woiwoden hießen auch.im ehemali-gen Königreiche Polen die Statthalter in den Landschaften (Woi-wodschaften) , in welch« das Reich eingetheilt war. Sie verwal-teten die Regierungsgeschäfte, Justiz und Polizei, und machte»die erste Classe der weltlichen Reichsstände qus. Wenn in Kriegs-zeite» ein Aufgebot des Adels Statt fand, so führte jeder Woi»«ode den Adel seiner Woiwodschaft in das Feld.

Wolcott (John). Dieser unter hem Name» Peter Pin-tz ar bekanntere satirisch« Dichter war geboren zu Dodbrock in De»»onshire und zu Kingsbridge erzogen, worauf er zu seinem Onkel,finem Wundarzt und Apotheker zu Fowry in Cornwall kam.Hier studirte.er mit Eifer die Apsthekerkunst und legte sich neben-her auf die Poesie und da« Zeichnen. AIS Sir William Trelawneyim 1 .1763 Gouverneur von Jamaica geworden war, begab er sichin dessen Gefolge dahin. Während das Schiff zu Madeira anhielt,schrieb er einige seiner besten Sonetten, eine Schilderung der Na»turschönheiten dieser Insel enthaltend. Auf Jamaica übte er dieKunst des Wundarztes und wurde yom Gouverneur zum Physicutzernannt, der ihm dazu ein Doctordiplom aus Schotrland ver-schaffte. Fast wäre er für immer in Westindie» geblieben, dennnachdem er einige Zeit das Amt eines Pfarrers durch geistliche Vor-trägt und Leitung des Unterrichts auf der Insel beim Tode desselben»er,«hen hatte, wünschten ihn die Pflanzer für beständig in dieserStelle zu behalten, allein der Bischof von London gab die krlaubniß