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648 Wolf (Christian Freiherr von)

nicht dazu; ba nun auch der Gouverneur starb, kehrte Wolcott nachEngland zurück, und ließ sich als Arzt zu Truro nieder, allein ergeriet- hier wegen seines Hanges zur Satire mir mehrern Leutenin der Nachbarschaft in unangenehme Verhältnisse. Dies und daßer nach dem Tode seines Onkels ein ansehnliches Einkommen erbte,bestimmte ihn, sich mehr seiner Neigung zur Dichtkunst und zumZeichnen zu überlassen. Er nahm sich des späterhin als Mahlerund Professor an der könig). Akademie bekannt gewordene» JodnDpi? an, und sehte ihn durch seinen Unterricht in den Stand,bald als Portrjtwahler reisen zu könne». Im I. 1778 begab sichWolcott nach London, wo er sich allein seinen litterarischen Beschäl,tigungen überließ, die nun auch bald eine Quelle reichlichen Er-trags für ihn wurden, denn seine satirischen Schriften las manallgemein mit vielem Vergnügen. Nur fand man daran auszuse-tzen, daß sie nicht selten den sittlichen Anstand verletzten, und zuoft gegen Personen.von Stande und wahren Verdiensten gerichtetwaren. Nachdem einige Streitigkeiten mit den Verlegern seinerWerke wegen einer Leibrente, die er sich dafür bedungen hatte,beseitigt waren, bekam er eine Fehde mit William Mfford, der ihnpin seiner Baviade und Maviabe hart mitgenommen hatte, und diesich mit einer Prügelei zwischen beiden endigte. Späterhin bekamer Händel andrer Art mit dem Ehemanne'einer jungen Frau, der«r Untvr'chk in der Kunst scenischer Darstellung gegeben hatte.Jnd-sstst wurde diese Angelegenheit mit einigen Zeitungsartikelnabgethan. Zu bedauern, cst, daß der witzrae Dichter in seinemhohen Alter den Verlust des Gesichts h t erfahren müssen. DieAnzahl seiner.Schriften vom Jahre 1773 bis i8iZ ist sehr ansehn-lich- . - ,

Wolf. (Ehrjstian Freiherr von), Kanzler der UniversitätHalle, der berübmte deutsche Philosoph und Mathematiker, wurdeam 2gsten Januar 1679 zu Brest,u geboren. Sein Baker, einnicht sehr bemittelter,' aber gebildeter Handwerker, wendete alliian, um seinem Sohne, der frühzeitig vortreffliche Anlagen zeigte,eine gute Erziehung zu geben. Wolf erhielt den ersten Unterrichtauf de.m Gymnafio zu Breslau, und ging lüyy nach Jena, mRheologie zu studirrn. Doch waren Mathematik und Philosophieseine Lieblingswiffcnschäften. mit denen er sich fast ausschließendbeschäftigte, - Er faßte den Entschluß, sich dem akademischen Lebenzu widmen , ging deßwegen 170z nach Leipzig, habiiitirte sich hierdurch eine Disputation (eis piittosopllia pinotios universell,auerlioelo aiatllkiuatioi» aouscripta) , die eine sehr günstige Mei-nung' für ibn erweckte, und hielt nun mathematische und phils!«'phische Vorlesungen, die häufig besucht wurde». Durch verschied»!Werke, die er über einzelne Theile der Mathematik herausgab,wurde sein Name auch im Auslande rühmlich bekannt. Als derEirttall der Schweden in Sachsen (1706) auch ihn von Leipzigentfernte, erhielt er durch Leibnitzens Empfehlung (1707) den Rufals Professor der Mathematik und Raturlehre auf die UniversitätHalle. Hier erwarb er sich durch seine systematische Lehrmethode,fo, wie durch mehrere mathematische Schriften großen Außm. DüDeutlichkeit und B stimmtheit der Begriffe und Lehrsätze rn seine»mathematischen Vortrügen war bis dahin ganz ungewöhnlich ge-wesen. Daher kam es, daß als Wolf seine Philosophie Nach die-ser Methode bearbeitet herausgab, sie allgemeinen Leifall fand,