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6Z» Wolfe (Pius Alexander)

Unterstützung, vm in die geheimsten Tiefen seiner Kunst.hinabzu-steigen und sich -um wahren Künstler auszubilden. Lange warman in Deutschland schwankend gewesen, was man für das höchst«Ziel der darstellenden Künstlers anerkennen sollte. Nachdem diesteife inanierirte Pracht, das konventionelle Pathos, die mehr decla,motorische als dramatische Larstellungsart der Tranzosen, besondersin dem höher» Drama oder der Tragödie, von dem Streben nachflacher Natürlichkeit, ängstlicher Nachahmung der Wlrkhchk.itoder roher Darlegung des Affektes durch Sturm und Drang,Wüthen und Loben auf den Brettern verdrängt worden war,und sich jeder zum Gchausvieler berufen glaubte, dem di!Natur eine impvnircnde Gestalt und durchdringende Stimmeverliehen hatte, erhob sich, besonders durch Gölhe geweckt,der Genius echter Kunst, und zeigte durch Bereinigung driGedanken» mit dem Gefühle, des kräftigen Lebens der Naturm.t oem gemessenen Gange der Regel, so wie durch Unterordnungdes R alen unter das Ideale, das Aiel, nach dem der Kunstjür-ger zu strecen habe. Auf der Bühne zu Weimar erfreute man sichnun der neuen Erscheinung des echt deutschen Kunstgeiftes, der,dem der Griechen verwandt, die Natur ehrt und schont, indem ersie regelt una das Ideal belebt, indem er es mit warmem, sinn-lichen Lebe» bekleidet. Wolf fühlte sich in diesem schönen Kreisebald einheimisch, und st-ebte, indem er sich besonder» der Tragödiezuwandte und in das Fach jugendlicher Helden oder ernster, tie-fer und erhabener Charaktere trat, nach schöner und belebter Ge-staltung des idealen Menschen. Sein Hamlet, sein Pose,sen Max Piccolomini, sein Orest, und späterhin seinTasio wurden als musterhafte Bildungen in ihrer Art ausge-zeichnet, und erwarben ihrem Schöpfer bald einen bedeutendenRuf. Allein nicht bloß das ernste Drama zog seine Neigung an,sondern er zeichnete sich auch bald im Komischen aus, wozu erin seiner reichen, leicht beweglichen Phantasie, seinem feinen Besd-achtungsgeiste, seiner indivldualisirenden Gestaltungsgabe, selbstseiner feinen und zarten Körperbildung große Hülfsmittel fand.Natürlich mußte ihm hier nur das Feinkomische zusagen, und erstrebte besonders uns mit Glück nach treuer und fester Charakter-zeichnnng und humoristischer Belobung. Man sah ihn imw«mit Vergnügen im Lustspiele, wiewohl die eigentliche Sphäre sn-p-S Talemts das Trauerspiel (in der Bedeutung, wo es daiernste Drama mit einschließt) geblieben ist, Wolf würde auchselbst dramatischer Dichter. Er schrieb ein he-teres Lustspiel Cä<sario, welches überall mit Beifall aufgenommen wurde, spät"ein rührendes Drama, Pflicht um Pflicht (gedruckt in Mull-ners Almanach für Privatbühnen ister Jahrgang),, dann ein ähn-liches: Treue siegt inLzebesnetzen, eine kleine Posse, d«kHund des Aubri und andre. Während seines Aufenthalt«» >in Weimar, wo er sich der besondern Gunst von Schiller u»>,Göthe zu erfreuen hatte, vermählte er sich mit einer Künstlerin,welche gleich ihm ln die heitern Höhen der Kunst sich zu erhebensuchte, der Frau Becker, gebornen Malcolmi. Diese Frau,welche noch jetzt mit ihrem Gatten eine Zierde der königliche»Natioualbuhnc zu Berlin ist, kann mit Recht unter die vorzüg-lichsten Künstlerinnen ihres Faches gerechnet werden. Mit einerhohen wohlgebildeten Gestalt vereint sie eine ausdrucksvolle «e-