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Wolfe (James) 6Zz
sichtsbi'lbung und edle würdevolle Haltung. Ihr biegsames, jedemAusdrucke der Rede leicht sich fügendes Organ erleichtert ihr dieKunst zu sprechen, die sie in hohem Grade besitzt. So eignet sichihr Wesen besonders für das Trauerspiel, indem sie die erstenHeldinnen mit Glück darstellt. Wir dürfen hidr als erläuterndeBrnp ele nennen ihre Jphigenie, (in GLthe's Drama gleichesStamms), Stell», Jungfrau von Orleans, MariaEtuart, Fürstin in der Braut von Messing, ihrKlärchenin Egmont, Adelheid'inGötz von Berlich in.gen, Leonore Sanvitalc inTasso, Eboli in DonCarlos und andere. Allein auch im Naiv-Heitern hat sie sichvorzüglich i» früherer Zeit mit vielem Gluck gezeigt. Sie verräthüberall ein tiefes Eindringen in den Geist der Rolle, einen sichernÜberblick des Ganzen, einen zarten Kinn für die dichterischenSchönheiten ihrer Partie, eine hohe Feinheit in der Nuaneirungverwandter Seelenzustände, dabei wird ihr Spiel immer von eineroft zauberischen Anmurh beseelt, und nichts gelingt ihr so sehrals das Hinreißen des Zuschauers in Momenten, wo es der Geistder Dichtung erfodcrt. Die gebundene Rede weiß sie, wie ihrGatte, mit besonderer Kunst, die gar nicht wie Kunst aussieht',vorzutragen; auch versteht sie sich sehr darauf, durch die Kleidungdas Charairerbild, das sie darstellen soll, zweckmäßig zu verschönern,oder zu beleben. Herr Wolf ist gegenwärtig Regisseur des Trauer-spiels bei dem königlichen Nakionalttzeater zu Berlin, und imTraurr und Lustspiele als darstellender Künstler beschäftigt. SeineGattin steht bei derselben Bühne im Fache erster Heldinnen imTrauerspiele, würdevoller und leidenschaftlicher Charaktere, und feine-rer Lnstandsrollen. Beide haben vor einem Publicum, das an ei-nen Fleck und Jffland und eine Bethmann gewöhnt war, fastimmer mit ausg. zeichneten; Beifalls gespielt, wenn auch ihr erstesErscheinen daselbst etwas Befremdliches haben mochte.
Wolfe (James), ein berühmter englischer General, den dieNation unter ihre verdienstvollsten Männer rechnet. Frühzeitigdurch große militärische Talente ausgezeichnet, wurde er in demKriege, dcr 1754 zwischen England und Frankreich wegen Gränz»streitigkeiten in Nordamerika ausbrach, zum Generalmajor beför-dert und erhült 175Y das Commando eines ^besondern englischenArmeecorps von ungefähr 7000 Mann, dessen Bestimmung es war,den Franzosen die so wichtige Provinz Canada zu entreißen. ESkam dabei vorzüglich auf die Eroberung von Quebeck, der Hauptstadtdieser Provinz, an. Die englische Flotte unter Admiral Saün-ders, auf welcher sich Wolfe mit seinem Corps befand, segelt?zwar in dieser Absicht den St. Lorcnzosluß hinauf, aber die erste»Versuche der Engländer zu landen und die Franzosen anzugreifen,schlugen fehl und Wolfe, durch Anstrengungen und Kummer überdas Mißlingen seiner Unternehmungen heftig angegriffen, fiel i»«ine Krankheit. Als er wieder hergestellt war, gelang es ihm(im Juli I75y) auf der östlichen Seite der Stadt Quebeck zu lan-den. Da aber der französische Heerführer, Marquis Montcalm,sich in einer festen Stellung zwischen den Engländern und derStadt befand, und der Angriff auf die letztere dadurch »«möglichwurde, änderte Wolfe seinen Plan, schiffte sein Corps wieder ein,und landete mit demselben (den i2leu September) im Westen vonQuebeck, ohne daß die Franzosen es vermuthen «nd verhindern