Wolfcnbüttel
konnten. Movtcalm war nunmehr genöthigt, um die Stadt zu 'sichern, den Engländern am folgenden Tage (den izten Septem-ber) eine Schlacht zu liefern. Das Treffen war sehr hitzig undvon beiden Seiten wurde mit gleichem Muthe gefochten. AufrvelcherSeite die überlegnere Anzahl von Truppen oder der größere IVerlust gewesen, ist aus den sich widersprechenden Berichten nichtmit Bestimmtheit abzunehmen. Das Resultat der Schlacht war .
nachtheilig für die Franzosen, sie mußten das Feld räumen. Ein >
eignes Schicksal waltete dabei, daß beide Heerführer tödtlich ver» ,wundet wurden und aus dem Treffen gebracht werden mußten. ' :
Auch die beiden ihnen zunächst im Evmmando folgenden Generale i
wurden verwundet. Wolfe war in den letzten Augenblicken seines !
Lebens nicht um sich, sondern bloß um den Ausgang der Schlacht !
besorgt. Mit Ängstlichkeit erkundigte er sich darnach, und als man jihm die Nachricht brachte, daß die Feinde gänzlich geschlagen wä> >
ren und von allen Seiten wichen, sagte er: „nun bin ich zufrie- ,
den," und wenig« Augenblicke nachher verschied er. Die Folgen der j
Schlackt waren sehr wichtig. Die Franzosen verabsäumten wider s
des sterbenden Montcalms Rath, Verstärkungen an sich zu zie- z
hen» zogen sich zu weit zurück, und überließen die Stadt Quebeck s
ihrem Schicksale, die, auch durch das Feuer der englischen Schiffe ,
geängstigt, vier Tage nach der Schlacht auf ehrenvolle Bedingn»- ^
gen sich ergab. Die Engländer eroberten nachher ganz Canada, das z
tynen im pariser Frieden verblieb. — Wolfe starb auf ähnliche -
Art wie EpaminondaS (s. d. Art.) in der Schlacht bei Mantinea. z
Er war erst 35 Jahre alt, und hatte sich, ohne mächtige Berbin- r
duNgen, bloß durch sein Verdienst empor geschwungen. Man be- z>
dauerte in England seinen Tod allgemein. Sein Leichnam wurde - znach England gebracht und In der Westminfterabtei beigesetzt, woman dem Helden «in prächtiges Monument errichtete. Seine Mut- xter, die kurz vorher ihren Gatten und nun ihren einzigen »
Sohn verloren hatte, lebte auf dem Lande. Alle ihre Nachbarn ,1
vereinigten sich, keine von den öffentlichen Freudensbezeigungen zu „veranstalten, die in ganz England wegen der erfochtenen Siege «
Statt fanden, um nicht da« Gefühl der trauernden Mutter zu ver- b,
letze». — Die Nachricht, die Archenholz in den Annalen der brkt- §
tischen Geschichte (B. r. S. 2Z2.) auf die angebliche Aussage eine« v!
Ofsiciers mittheilt, daß Wolfe von einem zu den Franzosen über« st,
gegangncn Engländer absichtlich gelödtct worden, dürfte wohl -t, sg
nigem Zweifel unterworfen seyn. — Wolfe'« letzte Augenblicke j,«
siwd durch ein schönes, wohl allgemein bekanntes Kunstblatt — ge
einen gelungnen Kupferstich von William Wootlet nach dem Kc- s,
.msthlde deS trefflichen Mahlers, Benjamin West, verewigt worden; H
«in Blatt, das von Liebhabern bereits mit hundert Thälern be» sH
zahlt wird. m:
, Wo lfenLü ttel,. Fürstenthum. Unter diesem Namen begkiff , 1«
mci» ehemals, im wettern Sinne, die Besitzungen der ältern Linie ^ Wdes Hause« Braunschweig oder Braunschweig - Wolfenbütcel (s. d. DArt.) im niedersächsischen Kresse. Das Fürstenthum Walfenbüttel «uim engern Sinne, als ein Theil des Ganzen, enthielt den wol-frnbüttelschen-schöningischen Harz-und Weserbezkrk. Die sämmttt- zuchetl herzoglichen braunschweig-rvolfeiibütrelschcn Länder wurden m i b,gA 1867 dem neuen Königreiche Westphülcn oinverieibt. AlS abw ««>»ftset «ach der Schlacht bet Leipzig im Oktober iLiz wieder aus- wu