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Zenhter Band. To bis Z.]
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Wöllver Wolssy ' 659

Wölkn er (Johann Christoph von). Dieser Mann hat sichin der Geschichte der neuesten Zeit dadurch merkwürdig gemacht,daß er als Staatsminister Und Chef des Departements der geistli-chen Angelegenheiten im preußischen Staate unter der Regierung desKönigs Friedrich Wilhelm II., dem Geiste der Zeit und den bisherin jenem Staate befolgten Maximen ganz entgegen, Glaubcnszwrng,Schwärmerei und Mysticismus wieder herrschend zu machen, undselbst den Monarchen mit dergleichen geistigen Ausschweifungen undBerirrungen anzustecken suchte. Die Wirkung davon war das be-kannte Religionsedict, welches der jetzt regierende König sogleichbeim Antritte seiner Regierung widerrief. Eines PredigersSohn studirte er zu Halle Theologie und wurde im I. 1759Prediger zu Großbehnitz uüweit Berlin. Nachdem er seinePredigerstelle niedergelegt hatte, wurde er Kammerrath d«SPrinzen Heinrich von Preußen; denn tr hatte sich auch durchSchriften als einen Mann bewährt, der im Gebiete der Öko-nomie nicht unbedeutende Kenntnisse besaß. Im Jahr 1786 würd«er vom König Friedrich Wilhelm 'II. in den Adelstand erhoben undzum geheimen Oberfinanzrath und Intendanten des köniql. Bau-wesentz ernannt, bis er 1788 Minister wurde. Er wußte sich oufdie Person des Monarchen einen großen Einfluß zu verschaffen, undda er zugleich in mehrern geheimen Ordensverbiudungen stand, sogelang es ihm, sich des, seinem Geschäftskreise eigentlich fremde»,Ministeriums zu bemächtigen. Nach dem Tod« Friedrich Wil-helms II. erhielt er ferne Entlassung und lebte nun auf einem sei-ner Güter-Sroßriez bei V.eskow, wv er den Uten Septemberizoo starb. In seinen frühern Jahren, wo er die Landwirthschaftund Ökonomie überhaupt praktisch geübt hatte, schrieb er mehrereWerk« darüber, welche man in Meusels gelehrtem Deutschlandverzeichnet findet, z. B. Franz Home's Grundsätze des Ackerbauesund des Wachsthums der Pflanzen aus dem Englischen mit An-merkungen. Auch Predigten hat er drucken lassen, und ins Ge-heim verschiedne rssen kreuzeri sch e Reden, da er diesem Or-den angehörte und viel dafür gewirkt haben soll. Sein Ordens-nahme war hier: Chrysophiren.

Wo lsey (Thomas), Cardinal,Erzbischsf von Verk ünd Staats-minister Heinrichs VIII. von England. Er war von niedrer Her-kunft — der Gage nach der Sohn eines Fleischers 'zu Jpswich —hatte aber sehr viele Talente, Er studirte zu Oxford, wurde da-selbst Lehrer der Grammatik und bekleidete nachher einige geringeStellen, bis er endlich Capellan und Almosenier des Königs Hein-rich VII. wurde. Bei dem Sohne und Nachfolger desselben,Heinrich VIII-, der bloß seinen Leidenschaften folgte , wußte er sichs» in Gunst zu setzen, dgß er bald einige wichtige Ämter und einegroß« Gewalt erhielt. Er bekam nach und nach verschied«« Bis»thümer, wurde endlich Erzbischsf von York, Großkanzler von Eng-land und erlangte durch diese Würde einen sehr bedeutenden Ein-fiel' auf die damalige» öffentlichen Angelegenheiten Europa'S. DerFriede zwischen Heinrich VIII. und Ludwig XII. (1514) war vor»

§ züglich sein Werk. Carl V. von Spanien und Franz I. von Frank-reich bewarben sich Wechselsweise um die Gunst des alles vermö-genden Ministers. Franz I. verschaffte ihm (1515) den Cardinals-hut, und Papst Leo X. ernannte ihn zugleich zum Legaten » larer«für England, Bei dzr persönliche» Zusammenkunft Heinrichs

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