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und Frau» r. (I5«o) in dem wegen der daselbst gehaltene!, präch-tjgen Tourniers sogenannten Lsmx äs är»x A'or, zwischen denStädten Ardres und Guines, war auch Wolsey zugegen undzeigte seine Pracktliebe durch einen verschwenderischen Auf,wand. Heinrich Vlll. hielt zwischen den beiden mächtigen Neben-kühlern, Franz und Carl, da« Gleichgewicht. Eine Zeit lang neigteer sich mehr auf die Seite des Letzter», aber der von Frankreichwieder gewonnene Wolsey zog ihn davon ab und lenkte ihn zu derfranzösischen Partei. Bei der Ehescheidung Heinrichs VHI. vonseiner Gemahlin, Katharina von Araqonien, war Wolsey sehrthätig. Er betörderte die Liebe des Königs zu der schönen AnnaBoulen, um ihn dabukch von den Staatügeschäftcn z» entfernen.Auch wurde ihm, zugleich mit dem Cardinal Campeggio, vomPapste Auftrag gegeben, in dieser Sache zu sprechen. Wolsey'«Ehrgeiz ging so weit, daß er selbst nach der päpstlichen Kronestrebte, wozu ihm Carl V. Hoffnung gemacht hatt». Aber er ver-lor unerwartet die Gunst des freilich sehr veränderlichen Königs,wozu Anna Beulen vielleicht beigetragen hatte; es wurde ihm dasgroße Siegel abgenommen und anstatt seiner wurde der berühmteThomas Morris Gccßkanzler von England. Wolsey wurde wlgenseiner Handlungen vor dem Parlament öffentlich angeklagt undliZZo) in sein Erzh-sthum Pack verwiesen. Hier wurde er ver-haftet und sollte na»; London in den Lower gebracht werden, erstarb aber unterweues in der Abtei zu Seicester in einem Altervon 6 c» Jahren. Wenige Augenblicke vor seinem Tode legte ernoch ein merkwürdiges Geständnis, «b. „Hätte ich," sagte er, „demKönige des Himmels eben so treu als melnem Könige und Herrnauf Erden gedient, so würde er mich in meinem Alter nicht so ver-lassen, wie jetzt mein Fürst es thut." Wolsey war «in Mann vongroßen Talenten, aber durch übertriebnen Ehrgeiz bereitete erselbst seinen Fall.
Weltmann (Carl Ludwig von), einer der berühmtesten un-ter den neueren deutschen Geschichtschreibern und Forschernderselben. Er ward zu Oldenburg 1770 geboren, und durch seinesVaters Verbindungen mit dem Grafen Lynar, einem der reich-sten, wie der kenntnißreichsten, gebildetsten Diplomatiker, schonfrühe mit dem Leben der höhcrn Welt und der Sraatsgeschichtevertraut, besonders da sein Vater auf alle Art die »Phantasie desKnaben durch ergreifende Schilderungen berühmter Zeitgenossen,großer Hofe, geheimer Begebenheiten zu erregen wußte. Schonals fünfzehnjähriger Jüngling sprach er dies« Richtung in Oden,Hymnen und Gedichten anderer Art, von Man so, Halem u.U. geleitet, au«, und lebte und webte mit Homer, Ossian, Klop-stock, Hölty, die seinen Gefühlen am meisten zufaßten. In Göt-tingen, das er 1788 bezog, widmete er sich wenrger der Rechts-lunde, als dem Studium der alten und andern Sprachen, bis ihnauf einmal die Geschichte ergriff, ohne daß er selbst genau an-zugeben wußt«, was zu dem Entschlüsse, ihr allein zu leben, ge-wirkt habe. Namentlich beschloß er, sich zuerst an einen Stoff z«wagen, der noch gar nicht ins Reine, kaum durch Notizen schlech-ter Chroniken erhellt war, und bearbeitet« Otto IH., den deut-schen Kaiser für Schiller« Thalia, der ihn jedoch nicht aufnahmund nicht einmal einer Antwort würdigte, eine Kränkung , die ihnin seinem Fortschreiten nur einige Augenblick« aufhielt. 1792 ging