Wsltmsrm 661
«r «ach Oldenburg zurück, vielseitig, wenn auch nicht zum jurißi»schen Seschäftsleben, gebildet, und hielt Vorlesungen über die Ge-schichte für die Schüler der Gymnasiums daselbst, voll der Wun-sches, in diese« Wirkungskrei« auf iiner Universität zu treten, deiner durch sein« Rückkehr »ach ELttingen Verwirklichung zu schaffensuchte, Leider setzten ihm der akademisch« Ritus und seine Arnui.'honübersteigltche Hindernisse entgegen, und erst Bürger, der sei-nen Otto III. trefflich fand, öffnete ihm ein neues Feld, das derhistorische» Schriftstellecei. Er schrieb seine Geschick) trder Deutschen in der sächsischen Periode, deren zweiterBand nie erschien, die jedoch den Anfang einer Reihe ähnlicherArbeiten bezeichnete. Die französische Revolution ergriff ihn jetztauf eine Weise, die damals, wo olle« dafür, an den Höfen aberdagegen Partei nahm, ihm viele Feind« zuzog. Er sah in ihr eine«Riesenschritt zur Vervollkommnung des Menschengeschlechts, weil ihndie Geschichte noch nicht gelehrt hatte: daß es bei den größten An-Hrengungen — wie wieder die neueste Catastrophe 1313-15 zeigt— kaum einen Strohhalm breit vorrückt, und entsagtekeine« Vaterland« darum ganz. Don Spittler begünstigt, er-öffnete er historisch« Vorlesungen, die zahlreich besucht wurden,und seine Recensionen in den göttinger Anzeige» bereiteten ihmeine» Ruf nach Jena, «0 er alt Lehrer der Geschichte und alsSchriftsteller gleich thätig war. Namentlich arbeitete er hier seineältere Men schenz«schichte, seine Geschichte Frankreich S,seine kleinen historische» Schriften aus, und ging bereit« anseine Übersetzung des Tacitus. royS machte er eine Reise in«Vaterland, über den Harz »ach PreüßenH Hniptstadt u. s. f. Ge-täuscht in den Aussichten, zu GLttinge» angestellt zu werden, weilihn Johanne« von Müller in einer Recension der Ge-schichte Frankreich« al« Jakobiner bezeichnete und Wink« gleicherArt von andern neidischen und eifersüchtigen Gelehrten ausginge«,gefesselt an Berlin durch seine Zeitschrift der Geschichte und Po-litik, hie l 8 oo begann, aber, wie er sagt, durch den Censur»zwang und Eabinetsbefehle gelähmt, nie zu Kraft, Einfluß undWerth gelangte, war er endlich so glücklich, hier in diplomatischen ^Verhältnissen al« Resident de« Landgrafen von Hessen Homburg,«lt Geschäftsträger der Stadt Bremen, Hamburg, Nürnberg an-gestellt zu werde», wobei er als Schriftsteller in seiner Geschichteder Reformation mehr leistete, alt im Tanzen genommen an«erkannt wurde. Seine diplomatische Laufbahn ward durch dieLage der Dinge von 1806 an fast Null und er arbeitete daher umso fleißiger, von seiner liebenswürdigen, eben mit ihm verheirathe-ten Gattin, Carolina Stosch, unterstützt, an mancherlei Wer»ken. Namentlich vollendete er jetzt beinahe seine Übersetzung de«Tacitus, seine Geschichte des westphälischen Friedens rc.,bis er, durch die Schlacht bei Lätzen aufgescheucht, fürchtend, daßihn die Rache Napoleons ereilen könne, da er sich gegen den Mi-nister Stein zu allen Arbeiten für das neu zu gestaltende Deutsch-land erboten hatte, krank und kraftlos nach Prag floh, wo er bi«zu seinem Tode 1817, den ein Schlagfluß herbeiführte, in man-cherlei historischen Arbeiten kleinerer Art beschäftigt war, außerdemaber auch «in« Geschichte Böhmen« in zwei Theilen schrieb,die unter «nS weniger bekannt ist, als sie es wohl verdient. BomAnfang an ein großer Vertheidiger der französischen Revolution,