Wörlitz Wortfuß 66,
fortfuhr, ferne Meinungen zu behaupten, wurde er wieder in darGfängniß der königlichen Bank gesetzt, wo er, weil er die ihmals Burgschaft seines künftigen bessern Verhaltens auferlegte Eau»tivn von Lvoo Pf. St. nicht aufbringen konnte, am 27. Jan.17ZZ mit vierer Resignation starb (s. auch Trinius Frcidcnkerlexi-con K. gi8).
Wörliz, eine Stadt im Herzogthum Anhalt-Dessau, zGtun»den »on der Stadt Dessau, mit 240 Häusern und 1300 Sinwoh-, n»rn. Der Ort ist berühmt geworben durch den vorzüglich schöne»Garten in englischem Geschmack, den der verstorbne Herzog Leopoldhier anlegte, und dem in gewisser Art nur der fürstlich Gchönbur«zische Park Grünsield (6r«enüslä) zu Waldenburg an die Seitegesetzt werden kann. Eine kurze Beschreibung des wörlizer Gartensfindet sich in Hirschfelds Theorie der Gartenkunst. VorzüglicheruiO umfassender ist die Beschreibung des fürstl. anhakt-deffauksche»Landhauses und englischen Gartens zu Wörliz, von A. von Rode,m. K. Leipzig 1788. Auch hat die chalkographische Gesellschaft zuDeff u eins Suite von Blättern in Aqua Linta, Ansichten «0«WLrl-z und andern geschmackvollen Anlagen und Gebäuden in undbei D stau, herausgegeben.
WormS, auf dem linken Ufer des Rheins, ehemals eine freieReichsstadt. Durch den Frieden zu Lüneville (1801) kam sie mitdem ganzen linken Rheinufer an Frankreich und wurde der Haupt-ort eines Cantons im Departement Donnersbetg, seit dem pari-ser Frieden aber ist sie dem Großherzvg von Hesse»-Darmstadtüberlassen worden. Sie liegt in einer angenehmen, fruchtbaren Ge-gend und hat in 700 Häusern gegen üooo Einwohner, welche sich" z»m Theil vom Weinbau und der Rheinschifffahrt nähren. Esgibt hier einige Tabaks- und eine Bleizuckerfabrik. Die protestan-tische Religion ist die vorherrschende; die Catholike« haben eineschöne Domkirche und verschiedne andre Kirchen und Klöster. Infrühern Zeiten sind in Worms häufige Zusammenkünfte und Ver-mählungen großer Herren, und im fünfzehnten und sechzehntenJahrhunderte verschiedne Reichstage gehalten worden. Auf einemderselben (izsr) legte der unerschrockne Luther (s. d, Art.) mitFreimüthigkeit sein Glaubensbekenntniß vor dem Kaiser und denversammelten Reichsständen ab. In dem Kriege zwischen Frank-reich und Deutschland wurde Worms (1689), so wie Gpeier, vonden Franzosen fast ganz verwüstet. Es geschah auf Befehl des be-kannten Minister« LouvoiS, ohne hinreichenden Grund, bloß unterdem Borwande, daß die Feinde Waffenplätze daraus machen könn-ten. Seitdem ist die Stadt zwar wieder gut aufgebaut worden,doch gibt es noch Plätze, wo statt ehemaliger Gebäude nur Gär-ten sind. , In den erstenJahren des französischen Rivolutionskriegslitt Worms wieder sehr, indem es abwechselnd von beiden Par-teien besetzt wurde. Im Jahr 1742 nahm. es Eustinc ein; dieDeutschen entrissen es den Franzosen 479g, verloren es aber auchbald wieder. — Zu Worms war auch ehemals ein sehr altesBisthum, dessen Fürstbischof der jedesmalige Erzbischof zu Mainzwar. Durch den Frieden zu Lüneville wurden die auf der linke»Rheinseite gelegnen bischöflichen Besitzungen an Frankreich, und derauf d;r rechten Nheinseite gelegne Rest derselben a» den Grvßhev-zog von Hessen als Entschädigung abgetreten.
Worrfuß, s. Rhythmus,