Wucher 66?
Zum General der Kavallerie ernannt- führte er mit Der«! 1812die Bayern nach Rußland. Er focht in der denkwürdigenSchlacht bei Polotzk, und übernahm, als bet« HervorbnucheWittgenstiins Marmont und Gouvion St. Eyr verwundet undDeroi gefallen waren, das Conunando. Zm Zahre igiz übernahmer das Sommando der neugebildeten Armee unv führte sie am irtenAugust aus dem Lager von München an den Jnn. Nachdem erhier rwci Monate lang der österreichischen Armee gegenübergestan-den hatte, schloß er den 8 ten Oktober den merkwürdigen Vertragvon Ried, wodurch sich Bayern vom Rheinbünde lossagte und de»Allnrten anschloß, übernahm nach der Ratifikation des VertragesVon beid->n Höfen den Oberbefehl über die vereinigte bayerisch»österreichische Armee, und eilte mit äußerster Schnelligkeit mitderselben vom Znn an den Mam. Er hatte Würzburg erobert,Frankfurt schon besetzen lassen, als Napoleon mit seinem ganze«Heere auf dem Rückzüge aus Sachsen bei Hanau ankam. Hierlieferte Wrede demselben am Zisten Oktober die blutige Schlacht,in welcher er selbst schwer verwundet wurde. Nach seiner Wieder-herstellung eilte er zu seiner Armee nach Frankreich, liefert« dirSchlacht bei Arcis für l'Aube, anderer Gefechte nicht zu erwähnen.Der König erhob ihn zum Fürsten und dotirte ihn mit dem imNordgau liegenden Minzen, als einem Fürstenthume unter bayeri-scher Hoheit. Er nahm sofort an dem Congreffe in Wien große«Antheil, und zeigte sich hier als geistvollen Diplomatiker, wie ersich bisher als murhigen Heerführer gezeigt hatte. Er wurde mitdem Marschallsstsbe beehrt, stellte sich bei dem Wiederausbruchedes Krieges igiZ an die Spitz« seiner Armee und drang in Frank-reich ein. Die schnelle Entscheidung dieses Feldzuges durch die Ereig-nisse in den Niederlanden öffnete seiner Armee den Weg inSHerz von Frankreich. Nach Beendigung dieses Krieges kehrte ernach Bayern zurück, und nahm nun an den Staatsgeschästcn thä-tigen Antheil. — Wrede vereinigt alle Eigenschaften eines aus-gezeichneten Feldherrn: einen schnellen Überblick, große Beson-nenheit, Feuer und Ruhe, eine unermüdete Thätigkeit und eineausgezeichnete persönlich- Tapferkeit. In Napoleons Schule ge-bildet, hatte er später Gelegenheit, seine Talente gegen diese»großen Meister geltend zu machen.
Wucher, Wuchergesetze. Das Wort Wuch er hatte i»ältern Zeiten nicht die schlimme Bedeutung, in welcher es jetztdurchaus genommen wird. Man verstand darunter den Gewinn,den man von seinem Eigenthums im Handel und Wandel hatte,folglich Zinsen, Renten. Geld auf Wucher, d. h. auf Zinsen,leihen, war ehemals ein gewöhnlicher, keineswegs beschimpfenderAusdruck. Wuchern hieß so viel als vermehren. In diesem Sinnewird es noch von Gewächsen gebraucht, die auf Wiesen und Acker»wild wachsen, und sich stark ausbreiten und vermehren, oder wu-chern; man nennt sie Wucherpflauzen. Zn unsern Zeiten «erstehtman unter Wucher im Allgemeinen jeden übermäßigen Gewinn,lsde eigcnnüoige Handlung, wodurch das Eigenkbum Andrer aufeine empfindliche Art gekränkt wird. In Kieker Bedeutung kannWucher auf mancherlei Art und bei mancherlei Geschäften, z. B.>m Handel mit Getraide (Kvrnwucher) oder andern Lebensmlttcln,getrieben werden. Besonders aber versteht man darunter denGeldwucher, oder dir Forderung eines allzugroßea, unmäßige»