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»?L Würmer

mutier entzog «r sich durch die Flucht, diente dann zuerst beiHandwerkern, später bei Herrschaften, Ässd lernte in dieser Lagedie Sitten der niedern Stände kennen, in deren Nachbildung ernachmals so überaus glücklich geworden ist. Puppenspieler weck-ten zuerst seine Neigung zum Theater, und als er endlich in Nru-strelitz ein wirkliche« Schauspiel aufführen sah, faßte er denEntschluß, sich selbst auf den Brettern zu versuchen. Er begannnach mehreren mißlungenen Bemühungen dies« Laufbahn bei Kunst,reitcrn, nachher fand er ein Unterkommen bet wandernden Echau-spielertruppen und Nebenbühnen in Schlesien. Jum erstenmal«betrat er die Bühne al« Plumper in: Er mengt sich in Alle« (spä-ter eine seiner besten Rollen). Doch führte ibn seine Stimme vonbedeutendem Umfange und ungemeiner Lieblichkeit bald in da« Facherster Tenorpartien, und er dcbutirtc als Belmonte. In War-schau war sein erste« wichtige« Engagement, wo er bi« 1804 sichaufhielt; dann machte er nach Breslau, Bamberg, Würzburg eineKunstrcise und blieb an letzter« Orte. Von Würzburg aus un-ternahm er seine zweite Kunstreise, welche ihn über Mannheim,Darmstadt (wo er sich Voglers Liebe und Achtung erwarb), Caffel,nach Berlin im Sommer igoy führte. Hier machte Jffland« Be-kanntschaft Epoche in seinem Leben. Bon dem Unvergeßlichen warder, als er am 8ten Novbr. izoy al« Tamino mit dem rauschend-sten Beisall gastirt hatte, fest engagkrt, nachdem er eine neu«Kunstreise nach Bamberg, Würzburg und Nürnberg gemacht, undals Kilian in der Sucht zu glänzen debutirt hatte. Mit Kotze,bue's Pachter Fcldkümmel, welcher in Jffland« Abwesenheit an dieberliner Theaterintcndanz eingeschickt war, und in welchem anWurm die Rolle des Pachters ausgetheilt wurde, begann endlichdessen Neueste Laufbahn. Richt lange darnach wurde zum ersten-male das Hausgesinde gegeben, «ine Oper, welche in zwei Jahren«iniae Somal wiederholt ward. Mit der Partie des Loren; hat-ten WurniS erste Tenorrollen «in Ende. Im Sommer 1814, «isteiner Kunstreise nach Königsberg, traf ihn die schmerzliche Nach-richt von Jffland« Tode. Sein Ruf und die Zahl seiner Bereh.rer nahm täglich zu. Wurm wäre vielleicht nie von Berlin ge.kommen, hätte er nicht durch da« glückliche Auffassen de« Komi-schen in den Sitten und Eigenthümlichkeiten der jüdischen Nationsich den Haß derselben zugezogen. Die lange verhaltene Erbitte-rung brach durch da« Signal, welche« eine durch Devrient vonBreslau nach Berlin gekommen« Posse: Die Judenschule, später:Unser Verkehr genannt, gab, in offenbare Fehde au«, derenOpfer Wurm werden sollte, der in ditiem Lustspiel den Jacob mitdem glänzendsten Erfolg spielte. Es warb ein Kriminalprozeß gegen den Künstler erboben, im Gefängniß mußte er den Eraußseiner herrlichen Laune büßen, und nur die gerechte Huld des Kö-nig« wirkte ihm Freiheit und LoSsprechunz au«. Nach solchenErfahrungen konnte es ihm wohl nicht verdacht werben» wenner eine Stadt freiwillig verließ, die eben so voll von Verfolgernals von Verehrern seines Talent« war; und e« ist sein Glück ge-worden, was ihm ein Unglück schien. Denn auf seiner darauf er-folgten Kunstrcise über Hamburg durch ganz Norddeukschland i»>nach dem Rhein und Main ward ihm in dem rauschendsten Beifall,in dem stürmischen Besuch der Schauspielhäuser, tu Gedichten und