v/4 Wurmser
««S breitem Gelenken. Bei beiden Arten »erden die Gelenk« im-mer kürzer und schmäler, je näher sie dem Kopfe kommen. Die-ser besteht au« einem dünnen Faden, der sich iweinem Knötchen en-digt, woran entweder bloße Saugröhren odEauch Haken befind-lich sind. Der Bandwurm heißt auch der Einsiedler (vo-mio soli-tnrins), weil er sich allein in den dünnen Gedärmen befinde, nieer oft alle Gänge hindurch einnimmt. Die Zeichen seine» Borhan-denseyn« in den Gedärmen sind aber ziemlich unbestimmt, indemer zuweilen heftige Zufälle, seltsame Gefühle im Untecleibe vonDruck, von Kälte und von wellenförmiger Bewegung, heftigeSchmerzen, Krämpfe, epileptische und konvulsivische Zufälle er-regt, zuweilen aber auch sich ganz ruhig verhält. Da« gewissesteZeichen ist, wenn von Zeit zu Zeit Stucken des Wurm-s durch denStuhlgang abgehen, welche sich durch das stet« Wachsthum desWurm« von selbst ablösen. Über die Entstehung der Eingeweide-würmer im Menschen haben die Ärzte und Naturforscher verschie-dene Meinungen gehegt. Der Annahme, daß der Saame vonaußen in die Gedärme komme, steht Mehreres entgegen, z. B.daß jede Lhierclaffe und so auch der Mensch ihre eigenen Artenvon Würmern haben; daß diese Würmer außerhalb der Einge-weide in der Natur nirgends vorkommen; daß es eine Verschwen-dung wäre, die der weisen und zweckmäßigen Einrichtung, diewir allenthalben in der Natur wahrnehmen, ganz zuwider liefe,wenn man annehmen wollte, daß der Saame der Würmer außer-balb der thierischen Körper verbreitet und dennoch bestimmt wäre,sich nirgends als in den Eingeweiden der Thiere, wenn er durcheinen Zufall in dieselben käme, zu entwickeln. Es ist daher weitkonsequenter, anzunehmen, daß der Stoff zu den Würmern «der derSaame jedem thierischen Körper angeboren ist, und nur beson-dere krankhafte Verhältnisse die Erzeugung und Ausbildung dersel-ben begünstigen. Dies wird noch wahrscheinlicher durch die Er-fahrung, daß zwar beinahe jeder Mensch Würmer hat, besonder«Spulwürmer und Madenwürmer, jedoch der eine mebr, der an-dere weniger, und besondere Krankhcitsanlagen die häufigere Er-zeugung derselben so sehr begünstigen, daß sie alsdann erst wiederzu einer Krankheitsursache werden. Es gibt daher zuweilen «ineepidemische Konstitution, während welcher man weit mehr als zuandern Zeiten bei den Kranken bemerkt, daß Würmer Ursache ent-weder der ganzen Krankheit, ober doch der meisten Symptomederselben sind. War dies bei fieberhaften Krankheiten der Fall,so nannte 'man sie such wohl geradezu Wurmsieber, obgleich dieWürmer (vorzüglich die Spulwürmer) nur die entfernte Ursachewaren. H.
Wurmser (Dagobert Siegmund, Graf von), kaiserl. österr.Generalfeldmarsckall, ein verdienstvoller Feldherr des vorigen Jahr-hunderts. Er stammte aus einer angelehnen und reichen Familieim Elsaß, und wurde 1724 geboren. Anfangs wollte er sich denWissenschaften widmen, trat aber bald in österreichische Kriegt-dienste, machte den ganzen siebenjährigen- Krieg mit, und kam al«Geiieralfeldwachtmeister aus demselben zurück. Im I. 1773 wurdeer Chef eines Husarenregimenls, und einige Jahre später Feld-mavschalllicutenant. Im bayerischen Erbfolgekciege commandirt«er ein besonderes Corps in Böhmen. Aus der Geschichle jene«Krßege« ist bekannt, daß in der ersten Campagne (1778) von