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690.. Würtembergische Landstände

liegt die eigentliche Garantie freier Berfassungen. Asse würt-m- 'bergiichcn Staatsdicner schwuren Lein König den Eid des unbe-dingten, statt des verfassungsmäßigen Gehorsamsohne Widerrede, mit Ausnahme von Zweien, welche bald i ,renSchritt bereut zu haben scheinen; nur ein einziger Stadtmagistrat,und auch dieser nicht aus dem Inner» seines Herzens, äußerte be-scheidne Wünsche um das .Velaffenwerden bei der bischerigen Ver-fassung. Wahrscheinlich ist er. daß es fruchtlos gewesen seynmöchte, wenn auch ganz Würtemberg sich dahin erklärt hätte; aberbei noch vorhandnem Sinn und Herz für die Verfassung würdensolche Erklärungen dennoch erfolgt seyn, um so mehr, da sie ohneGefahr geschehen konnten. So regierte Friedrich.bis gegen dasEnde seines Lebens als un um schrä n kt er H er r, und nie erhubsich eine Stimme gegen ihn aus der Mitte seiner Unterthanen, ober gleich diese Herrschaft im Allgemeinen und in tausend einzelnenFällen mit mehr Milde hätt« üben mögen, als er getban hat.Zwar dachte man mit Sehnsucht an die alte brßre Zeit zurück, ge-wöhnte sich aber zugleich auch' an das Joch der neuern, ja, eswurde bei vielen Überzeugung, daß ein Bestehen der Verfassung in ,

jene« Jahren unmöglich gewesen wäre. Das Härteste und >

Drückendste schrieb man den Franzosen und ihrem Kaiser !

auf die Rechnung, und gegen diese stieg in der Stille, je längerdas Unwesen dauerte, desto höher der Grimm auch bei den Wür-tembergern. Schon nach der großen Niederlage des Rückzugs ausRußland, am Ende von 1312, noch mehr nach den Lagen bei Leip-zig im darauf folgenden Jahre halten Lausende aus allen Etän- i

den freiwillig zu den Waffen gegriffen, wenn Friedrich, ich will )

nicht sagen, es begünstigt, wenn er es nur nicht verhindern zumüssen geglaubt hätte. Ganz Deutschland, vorzüglich das nörd-liche, war damals in freudiger Begeisterung; allen Druck sah manmit dem französischen Joch weggeschüttelc; Freiheit von den Frem-den hatte man sich erkämpft, und von Freiheit überhaupt, wiesie des Menschen würdig sey, träumte sofort gutmüthig schwärmerischalle Welt. Der häufige Mißbrauch in vielen Slaaten, in allen der rück-sichtslos durchgreifende Gebrauch der Unumschränkrheit führte natür-lich auf die Idee der beschränkten Monarchien , und „Einführungständischer Verfassungen',' wurde für alle diejenigen, welch«mit Abscheu auf das Nächstvergangne zurücksahen, und voll sangui-nischer Ansprüche an Gegenwart und Zukunft waren, beinahe wiezum Loosungswort; nur so sey dem Zurücksinken in den Abgrundvorzubeugen, aus welchem man sich eben mit solcher Mühe heraus-gearbeitet. In Würtemberg, welches acht Jahre vor diesem seineständische Verfassung noch gehabt und bequem und behaglich sichdabei befunden hatte, war über diesen Punkt noch alles ziemlichstill, als andrer Orte schon laut und kräftig darüber gesprochen ^wurde; nur vertraute Freunde theilten einander kaum hörbar mit, >was sie zu wünschen und zu liessen ansingen; die Furcht vor demKönig, welcher, wie man wußte, Las Aufheben der Herzogthümli-chen Verfassung sich nicht als leytes Verdienst anrechnete, hielt zu-rück und verbot lebhaftere Äußerungen. Mehr verlor sich diese >Schüchternheit, als sich Friedrich im Sept. 1814 nach Wien aufden großen Eongreß begeben hatte, und während seines Aufenthal-tes daselbst bis «um Anfang von igig; es war Folge von der Ent-fernung des gcfürchtcten Mannes und von den Nach eichte«, welche