Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
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ü-2 Würtembergtsche Landstande

diese Geschichten neu und ungewohnt waren, und fast aller Ortein Verlegenheit, für wen sie stimmen sollten, hätten gehörig be-arbeitet ihr Wohl in die -Hände von lauter Nachdruckern niederge-legt — warum sollten sie sich nicht gern Männern hingeben, vondertN Wahl man das Aufhören aller Lasten und Wohlstand undgücklltchr Zeiten in ihren Augen abhängig machte? Der König sei-ner Seils hatte einstweilen eine Commission von StaatSdienernverschiedner Art ernannt, welche ihm ihre Vorschläge und Ansichtenvon einer Verfassung für das Königreich mittheilen mußte; es warbloße Form; natürlich geschah die Redaction derselben unter seinemunmittelbarsten Einfluß; und der ig. Febr. des Jahrs 1815 war derLag, an welchem die Gtändesersammlung zu Stuttgart eröffnet werde»tollte, um die neue Verfassung im Namen des ganzen Volks alskönigliches Geschenk und königliches Gesetz aus den Händen desKönigs zu empfangt»; mit Demuth und Unterthänigkeit, an dieman seit Neun Jahr gewöhnt war, hofften der König und seineMinister, würden namentlich die Abgeordneten des Volks sie an-nehmen. Diese und die Virilüimmführer sammelten sich in dennächsten Tagen vor dem i§. Febr. tn Stuttgart; die ersten mei-stens unbefangne, und zum Theil, was man heißt, ehrliche Bür-gersmänner; aber von ihnen und den andern wie wenige geeignet,das Weseti einer Verfassung.zu beurtheilen ? Sie wurden in Stutt-gart frischweg von einigen jener warmen Patrioten in Empfanggenommen; in Privathäusern sofort Zusammenkünfte gehalten; diekönigliche Verfassung,, welche noch Geheimniß seyn sollte, vorgele-sen, und von einer Mehrheit der Einbcrufncn sich gegenseitig dasWort gegeben, sie ohne alles Weitere zu verwerfen. Das wußtein Stuttgart Jedermann, nur der König nicht und die ihn bera-thenden Minister. Am bestimmten Tag eröffnete er, mit Umge-hung der Feierlichkeiten, welche früher Sitte waren und woraufdas Volk überall viel hält, den Landtag in Person mit einer An-rede an die Stände, übergab seine Verfassung und entfernte sichdarauf, im festen Glauben, daß nun alles in Ordnung sey. Aberkaum hatte er der Thüre den Rücken gewendet, als sich sogleichder Verabredung gemäß einige Mitglieder erhoben, in abgelesenenAufsätzen die Versammlung auffoderten, nur auf die Verfassungdes ehemaligen Herzogthums sich einzulassen, und die ganze Ver-sammlung ohne weitere Berathung, ohne auch nur noch einige Rück-sicht auf das zu nehmen, was der König mitgetheilt hatte, nichtMit Worten, sondern bloß durch aufgehobne Hände derAuffoderungbeitrot. Noch denselben Nachmittag schickte die Versammlung dieseihre Erklärung, deren erbärmlichem Styl schon das Eilfertige undUnüberlegte anzusehen ist, dem Könige zu, und somit war seineVerfassung zwar nicht mit ausdrücklichen Worten, jedoch Nichtsdesto weniger verworfen. Unstreitig war die königliche Verfassungvon wenigem Werth für den Augenblick, und die Stände hattenunverantwortlich gehandelt, wenn sie derselben durch ihre AnnahmeGültigkeit gegeben hätten; allein sie verdienen Tadel, daß sie aufdiese Art sie verwarfen, denn es geschah ohne die Ruhe Und Ge-setztheit, die in solchem Fall von Männern verlangt werde» muß,ohne alle Form, es geschah revolutionär, Und der König hättealler unbefangnen Welk Rede stehen können, wen» er die Versamm-lung ohne weiters entlassen, Und die, welche an der Spitze stau--den, bestraft, und mit strenger Sonsequenz allen verdächtigen Pa-