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Leuten LenekrateS

brachte die Carthaginenser um- allen Credit, und die Ausdrücke;Panische Treue und mehr als panische Treulosigkeit,wurden zum Sprichwort.

Lenken (von dem. griechischen Worte Xenicin), Geschenke,die man den-eingeladne» od>r zum Besuch gekommnen Gästen beiden Griechen und RLmdrn zu geben' pflegte, — eine Gewohnheit,die zum Anstaube gehört zu haben scheint. Der bekannte römisch«Epigrammatist Warrial gab die Überschrift Lenien dem iZtenBuche seiner Sinngedichte — einer Anzahl Distichen, die er seinenFreunden- und Gönnern widmete, und deren jedes unter der Ru-brik irgend e.ineS zu einem Gastmahle gehörenden Gegenstandeshob oder Tadel enthält. Unter demselben Namen erschien inSchillers Musenalmanach für das Jahr 1797 (Tübingen beiColta) eine Anzahl von mehr als 40a Distichen, die auf den da-maligen Zustand der Gelehrsamkeit in Deutschland Bezug hatten,manches literarische Unwesen mit Laune und Weist rügten, schlecht«Schriftsteller mit feinem, öfter mit bitterm Spotte geißelten,bisweilen aber auch feine und treffende Bemerkungen über Weltund Menschenleben überhaupt enthielten. Als Berfasser derselbennannte man öpenllich die beiden großen Dichter Gölhe und Schil-ler, und es ist dieser Behauptung nicht widersprochen worden.Diese Lenien wurden mit so großer Begierde gelesen, daß derAlmanach in kurzer Zeit zum drittemnale aufgelegt werden mußte.Es stand aber auch bald eine große Anzahl Gegner wider sie auf,unter denen jedoch die Meisten viel Schwache und bloß den Schmerzder beleidigten Eitelkeit zur Schau stellten. Nicht ungegründetwar rndegen der Borwurs, den man den Lenien machte, daßunter der großen Menge dieser Distichen auch schwache, den An-stand beleidigende und selbst im Bersbau fehlerhafte sich fänden,und daß ihr Lcn bisweilen an die Streitigkeiten eines Scioppius,I. C. Scaligers und Klotz erinnerte. Wie bei jenen Streitigkei-ten, blieb es auch diesmal beim Alten; der schlechten Schriftstellersivd seitdem eher mehr als weniger geworden, und nach zwei De-cennien ist die ganze Fehde so ziemlich vergessen. AusführlicheNachrichten darüber finden sich in No. 54 — 60 des allgemeinenliterarischen Anzeigers, Leipzig 1797.

Lenökrates, gebürtig aus Calcedon, ein griechischer Phi-losoph, der sich einen großen Namen erworben hat Er war einSchüler des Plato, zugleich mit Aristoteles, unterschied sich abervon diesem lebhaften und talentvollen Mitschüler dadurch, daß ernur langsam und mit Mühe den Unterricht des Lehrers faßte.Doch schätzte ihn Plato sehr hoch wegen seines eisernen Fleißes undseines sittlich guten Betragens, nur fand er an seinem Schüler«inen Mangel der feinern Sitten, und erinnerte ihn daher oft,auch den Grazien zu opfern. Er wurde der zweite Nachfol-ger des Plato in der Akademie (s. d. Art.) und erwarb sich hierdurch seinen Unterricht einen Namen. Er bat verschleime philoso-phische Werke geschrieben, aber keins derselben ist auf uns gekom-men. Er stand wegen seiner Rechtlichkeit so in Ansehen, daß manvor Gericht von ihm nicht, wie von Andern, verlangte, sein Zeug-niß mit einem Eide zu bekräftigen, sondern sein bloßes Wort fürhinlänglich annahm. Die Athenienscr schickten ihn mit Aufträgenan den König Philipp von Makedonien. Er behauptete auch gegendie Großen seinen Charakter als praktischer Philosoph. Von et-