Mork (Herzog von) 709
beigetragen hatten, den Britten übergeben wurde, der Untdrneh-mung auf Dünkirchen entgegengewirkt haben. Wenigstens äu-ßerten die Österreicher ihre Freude, als die Engländer unter demHerzog von York die Schlacht von Hondsfcoote bei Dänkir-chen gegen Houchard <8. Scpt.) verloren und 4000 Mann einge-büßt hatten. Auch im Helder war der Herzog nicht glücklich. Zeitund Ort waren ohne sein Zuthun schlecht gewählt. Man landetein einer ungünstigen Jahreszeit (Ende Augusts 1799) und staittiefer südlich, in Rordholland. Da- Wetter war nachtbcilig unddie Russen (behaupten die Engländer) thaten ihre Schuldigkeitnicht (üiä nor belrav« well). Daher siegte Brune an der Spitzeder französisch-holländischen Armee bei Bergen (d. 19. Sept.) überdie AUiirten, und nachdem der Herzog d. 10. Oct. mit Brun«'die Kapitulation von Alkmasr geschlossen, wurde die batavischeRepublik von den Britten geräumt. Übrigens hat sich der Herzogalt Generalissimus um die innere Ausbildung des kandheercs undum die Verbesserung des Dienstes unläugbare Verdienst« erworben.Allein seine Verbindung mit Mistreß Clark« wurde für seinen Rufsehr nachtheiltg. AlS er mit dieser listigen Frau Bekanntschaftmachte, hielt er sie für eine Wittwe. Sie wußte ihn lange zutäusche«; doch so bald er erfuhr, daß ihr Mann noch lebte, bracher allen Umgang ab, beging aber den Fehler, ihr eine Pensionvon 400 Pf. zu.verweigern. Sie schloß sich daher an den Ober-sten Wardle an, welcher den Plan entworfen hatte, den Herzogin der öffentlichen Meinung zu verderben. Unterstützt von mehrernUnzufriednen, welche sich zurückgesetzt glaubten, trat er als Anklä-ger gegen den Herzog von York auf und verlangte eine Untersu-chung seines Betragens als Oberbefehlshaber. Er warf dem Her-zoge vor, daß er bei Vergebung der Mrlitärstellen, Pensionen u.s. w. Mißbräuche geduldet, Bestechungen zugelassen und besondersdurch den Einfluß seiner Buhlfrau, der Mad. Clarke, sich habeleiten lassen. Die Anklage fand vor dem Unterhaus« Statt undder Kanzler der Schatzkammer bestand auf den Fortgang -er Unter-suchung. Die Clarke erschien mehrmals vor dem Unterhaus« per-sönlich. Ihre frechen Antworten belustigten daS Publicum undschadeten dem Herzog in der öffentlichen Meinung, ohne irgend ei-mn erheblichen Klagepunkt zu beweisen. Vielmehr wurde der Hcr-zdg freigesprochen, als habe er selbst keinen Antheil au den vorge-fallnen Bestechungen und Unregelmäßigkeiten genommen. Dennochdrang Wardle auf die Motion, von dem Könige die Absetzung desHerzogs als Befehlshabers der Landarme« zu verlangen. Zwarwurde diese Adresse durch die Stimmenmehrheit verworfen, alleinder Herzog fand für gut, das Commando der Armee freiwilllgniederzulegen. Dies geschah im März 1809. Doch schon d. 25.Mai 1811 setzte ihn sein Bruder, der Prinz-Regent, in die Stelleeines Feldmarschalls und Oberbefehlshabers der gesammten britti-schen Landmacht wieder ein. Indeß war die Ursache seiner Entlas-sung, seine ungeziemende Verbindung mit Mistreß Clarke, die un-ter dem Schutze seiner Gunst Handel mit Militärstellen und Pen-sionen getrieben haben sollte, noch in frischem Andenken. Dahertrugen d. 6. Juni Lord Milton und Frsnc.s Wurde« im Unter-hause auf den Beschluß an: „Es scheine dem Unterhause sehr un-schicklich, daß die Räche des Prinz - Regenten diesem die Wieber-«rnennung des Herzog» zum Generalcommandd vorgeschlagen."