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nen Farbe untermischt. Diese Gattung eignet sich mehr für Mi-niaturmahler und Dilettanten als für Meister. Dar Tuschengeschieht vermittelst des Pinsel« auf weißes Papier mit ausge-sparten Lichtern, entweder mit chinesischer Lusche, oder mit Se-pia und Biester, mit Indigo oder Karmin gemilcht. Diese Artzu zeichnen gestattet die höchste Vollendung, und ist in allen ver-schicdncn Gattungen der darzustellenden Gegenstände sehr anwend-bar. Alle Zeichnungen werden in fünf Classen eingetheilt: inGedanken oder erste Entwürfe, in autgeführre Zeich-nungen, in Studien, in Akademien und Kartons.Die Gedanken sind die ersten Einfälle, die der Künstler auf«Papier wirft, um ein vorhabende« Werk darnach auszuführen.Man nennt sie Skizzen oder Crsqui«? ihr Zweck ist bloß,den ersten noch rohen Gedanken hinzuwerfen; so wenig manstrenge Richtigkeit oder Zartheit von ihnen erwarten darf, so! hoch werden sie doch geschätzt, wenn ein Meister st« mit Geist und! Kühnheit entwarft Man nennt sie auch to ckirt e Zeichnun-gen (sie»,in, Äeurtv»); sie mächen den größten Reichthumder Sammlungen von Handzeichnungen au«. AusgeführteZeichnungen nennt man diejenigen, die sorgsam vollendet undmit Andeutung aller Kleinigkeiten ausgearbeitet sind. Unter, Studien versteht man einzelne Theil« von Gegenständen, die
> entweder nach dem Leben, oder nach dem Runden (Z'axiLs dadvsxe) gemacht sind, alr Köpfe, Hände, Füße, Arme, zuweilenauch ganze Figuren. Hierher gehören auch Zeichnungey nach Ske-letten und Muskeln, welche man macht, um die Anatomie zu stu-diren. Bon Gewändern, von Thieren, Bäumen, Pflanzen,Blumen und Landschaften macht sich der Künstler auch Studien,welche dann bei der Ausführung von großem Nutzen sind. Aka-demien oder Acte nennt man die Figuren, welche in den Mah»lerakademien nach dem lebendigen Modell gezeichnet werden. DasModell wird bei Lampendeleuchtung in allerlei Stellungen gesetzt,wobei künstliche Lagen der Glieder, Verkürzungen und schwereWendungen vorkommen, um die Schüler unter Aufsicht der Pro-fessoren darin zu üben. Um Faltenwurf und Bekleidung zu stu»Viren, werden die Gewänder auf den Gliedermann (Manne-quin), eine hölzerne Figur,, deren Gelenke beweglich sind, gelegt,und darnach gezeichnet: oft werden diese Gewänder naß darauf ge-legt, um sich desto bestimmter den Formen anzuschmiegen und dies«durchschimmern zu lassen. Kartons sind Zeichnungen aufgrauem Papier in derselben Größe, a!L das darnach auszuführendeGemählde. Der Künstler macht sie, ehe er ein Freskogemählde ent-wirft. Man höstet sie über dem frischen Mörtel einer Decke oderMauer fest, und fährt mit einem spitzigen Eisen über die Umrisse,damit sie in den Mörtel eingedruckt werden. Man verfertigt auchKartons, um Tapeten darnach zu wirken. Man hat noch ver-
> schiedene Hülfsmittel, deren sich die Künstler bedienen, um denUmriß eines Gemähldes auf eine andere Leinwand überzutragen,
, wenn sie es recht treu copiren wollen. oder wenn sie ihren Ent-wurf nun auf d»m Grund, auf dem sie'ihn auszuführen gedenken,wiederholen wollen. Soll die Wiederholung verkleinert oder ver-größert werden, so pflegt man Fäden in abgemessene» Quadrate»über beide Tafeln zu ziehen, s» wird leicht in jedes Quadrat dasr« zeichnen, was im Original darin steht, Soll es ganz in der-