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Zenhter Band. To bis Z.]
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74v Zeno (Apostolo)

sondern auch in seinem ganzen Leben. Ein Beweis, welche Ach»-tung er sich durch seine Tugend erworben, ist der Umstand, daßman die Schlüssel der Befestigungswcrke von Athen bei ihm, alsan dem sichersten Verwährungsorte, niederlegte. Durch das Ansehen,das er sich bei dem macedoniichen Könige Antigonus erworben hatte,bewirkte er wesentliche Vortheile für die Athenienser. Auch bewie-sen ihm diese ihre Dankbarkeit dadurch, daß sie ihm nach seinemTode ein Denkmal mit der Inschrift: sein Leben war seinenLehren vollkommen gleich, setzen ließen. Er soll im spätenÄlter sich selbst getbdtet haben; ein Beispiel, dein nachher mehrereStoiker folgten. Zeno legte nur den Grund zum stoischen System,seine Nachfolger bildeten es weiter aus; sein zweiter NachfolgerChryfippus wird allgemein für denjenigen gehalten, der es am fe-stesten begründete. Auch Zeno theilte seine Philosophie in dreiTheile; Logik, Physik und Ethik, aber er scheint auf diebeiden erstern weniger Fleiß gewendet zu haben, als auf die letztre,und überhaupt bei Bearbeitung der Philosophie nicht allein ^wis-senschaftliche Zwecke, sondern auch zugleich Brauchbarkeit für daswirkliche Leben beabsichtigt zu haben. (Bergt. Geschichte der Phi-losophie von Dr. Tennemann. Bd. IV. Leipzig lSoZ.l

Zeno (Apostoko), berühmt als Dichter und Literator, wari66y zu Venedig in einer früher patrizischen, damals aber nurbürgerlichen Familie geboren. Er erhielt eine sorgfältige Erzie,hung, die seinen aufgeweckten und regen Geist früh mit Kennt-nissen bereicherte. Seine erste Berühmtheit aber sollte er der Poe-sie verdanken. Der Erfolg seiner Melodramen, einer damals sehrbeliebte», aber auch sehr gemißbrauchten Dichtungsgattung, wareben so glänzend als verdient. Von mchrern Seiten ward ihm dieStelle eines Theaterdichters angetragen; er aberzog es vor, in seinemBaterlande zu bleibe», und unternahm unter dem Titel: Oiornaloäe' I.etterari ä'Itslia eine Zeitschrift, die noch jetzt ihren Werthbehauptet. Als im Jahr 1715 seine Gattin, mit der er eben nichtglücklich gelebt hatte, gestorben war, ging Zeno auf die Einladun-gen Carls VI. als kaiserlicher Hofdichter nach Wien. Zwar warsowohl die Reise, auf der er das Bein brach, als auch die ersteZeit seines Aufenthalts in Wien wenig erfreulich für ihn; baldaber änderte sich seine Lage, und er fühlte sich höchst glücklich !durch die Gunst und persönliche Auszeichnung des Kaisers» jDer Beifall, den er erntete, stieg mit jedem neuen Drama; „über-dies ward er auch zum Historiographen ernannt. Diese Ämterverwaltete er bitz 1729, wo er aus Rücksicht auf sein zunehmendesAlter sie niederlegte, und nach Venedig zurückkehrte. Der Kaiser,der ihn als Freund liebte, ließ ihm seinen volle» Gehalt gegendas Versprechen, ihm jährlich ein neues Melodrama zu schicken.Hier lebte er bis zum n. Nov. 1750 in literarischer Muße imBesitz einer kostbaren Bücher- und Münzsammlung, die er wenigeMonate vor seinem Tode den Dominikanern von der strengen Ob-servanz schenkte. Als Dichter hat Apostolo Zeno das Verdienst;das musikalische Theater der Italiener durch seine Melodramen, somittelmäßig auch ihr wahrer Werth seyn mag, wiederhergestellt zuhaben; ein Verdienst, daS selbst Merrstasio in ihm anerkennt.Vorzüglicher und von bleibendem Werth ist, was er als Biblio-graph und Historiker leistete. In diesen Fächern besaß er die um-fassendsten und gründlichsten Kenntnisse. Dies beweisen vor allensein« Anmerkungen zu Fontanini's Lidlioteoa cieüa Liaguene-l