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Zigeuner
gen Jrrelrben »der Wallfahrt verdammt waren. Nur der Aber-glaube jener Zeit und die Unbekaantfchakt mit fremden Ländernmachen es begreiflich, daß dieses lügenhafte Vorgeben Glaubenfinden, und daß diese Leute, deren Sittmlosigkeii und Ausschwei-fungen von mehrern damaligen Schriftsteller» geschildert werden,sich einen solchen Anstrich von Heiligkeit geben konnten, daß sieselbst vom Kaiser Slgismund (142z) und andern Fürsien öss-mt-liche Schutz- und Freibriefe erhielten, vermöge deren sie überallaufgenommen und gütlich vehandelk werden sollten. Woher ihrName Zigeuner (Lineare, Li^ane) entstanden, ist unge-wiß. Bon einigen Schriftstellern wurden sie nach ihrem, angebli-chen Vatertande oder wegen ihrer braunen Farbe Ägyptier,Pharaonen, Mauren, Tartarn genannt. In Frankreich, >v» sie1427 sich zuerst zeigten, gab man ihnen, vielleicht aus einem geo-graphischen Irrthume, den Namen Dosteiniens. Ihre Beschäfti-gungen auf diesen Wandcrzügen bestanden in Schmi-bearbeiten,Viehcuren, Wahrsagen aus den Linien der Hand, vorzüglich aberin Rauben und Stehlen. Als die Beschwerden über sie zu häufigund laut wurden, fing man an, sie strenger zu behandeln; aberdie härtesten Strafen fruchteten nichts gegen sie. Sie wurde»daher nach und nach aus den meisten Staaten verwiesen, Und alssie sich dennoch hin und wieder in kleinern Haufen kinschüchen,wurden geschärfte Verordnungen gegen sie gegeben. In Ungar»,Siebenbürgen und im Banal wurden sie zwar geduldet, «der im-mer als ein Auswurf der menschlichen Gesellschaft betrachtet, undes wurde ihnen durch Gesetze der Eingang in die Städte und allemit Mauern utngebne Plätze untersagt. Durch diese Maßregelnwaren die Zigeuner gewissermaßen zu einer hcrumichweifenden Le-bensart verdammt. Die Kaiserin Maria Theresia faßte (176z)zuerst den menschenfreundlichen Gedanken, diese Leute gesitteterund zu brauchbaren Mitgliedern deS Staats zu Machen. Die her-umschweisende Lebensart wurde ihnen untersagt; sie sollten sichunter gewissen Bedingungen ansässig machen, sich der Landes-sprache und der im Lande gewöhnlichen Tracht bedienen, und nichtmehr Zigeuner, sondern Neubauern heißen. Da liefe Maßre-geln ohne Wirkung blieben, so wurden im Jahr 177z geschärfteB rordnungen gegeben; besonders wurden den Zigeunern die Kin-der, die über fünf Jahr alt waren, mit Gewalt weggenommenund bei Landleuten gegen ein von der Regierung bezahltes Kost-geld untergebracht. Dessen ungeachtet blieb der. größte Theil diele-Bo'ks noch bei seinen alten röhen Sitten. Ein VoKall in Un-garn. wo im Jahr 1782 elnundvierzig Irg-uner als angebliche Men-schenfresser hlngeria ret wurden, auch ein« noch größre Anzahl der-selben ein gleiches Schicksal haben sollt«, obgleich sie nur Dieb-stähle und höchstens klinge Mordthaten begangen hatten, erregtedie Aufmerksamkeit des Kaisers Joseph. Er gov neue, weise Ber- ^ordnungen zur sittlichen und bürgerlichen Verbesserung der Aigell- >ner in Ungarn, Siebenbürgen und dem Bannt. Einige Veranke-rung ist nun wohl dadurch in dem Zustande der Zigeuner bewirkt Iworden. Sie führen jetzt nicht mehr dielen Kamen, sondern hei-ßen im B nat (s. b. Art.) Reubanäter, in den übrigenösterreichischen Provinzen N eu b a u ern. Aber es wird vielleichtmehr als eine Generation aussterben müsse--, bis nichtalle, sondern nur dir auffallendsten Spuren ihres ehemaligen Cha-