726 Zimmermarm (E. A. W. *on)
beit. Da die Parias von den andern Lasten stets mit der äußer-sten Hirte behandelt und unterdrückt werden, s» ist es wohl denk-dar, daß «ine Anzahl von ihnen bei irgend einer Gelegenheit,wahrscheinlich bei den Kriegszügen des mrgolischea EroberersLimur (gewöhnlich Lamerlan genannt) nach Indien in den Jah-ren iZgS und izy9 aeraulußt warten sey, auszuwandern und infremden Ländern ein günstigeres Geschick zu suchen. Die größrrMasse ließ sich in Provinzen nieder, die ihrem Vaterlande naherwaren; nur einzelne Haufen, vielleicht von andern gedrängt,wagten Etrn'fzügr in entferntere nördliche Länder. S. historischerVersuch über die Zigeuner :c. von Grellmann. 2tr Auflag«. Göt-tingen 1787-
Airnmermana (Eberhard August Wilhelm von), einer je-ner achtuogswrrthen deutschen Gelehrten, die sich durch Gründlich-keit des Studiums und unermüdrtey Fleiß in ihrem Fache vor-züglich ausgezeichnet haben. Er harte sich das der Geographie,Ethnographie, Anthropologie und Zoologie gewählt, und gehörtehier, wenn auch nicht zu denen, die man eigentliche Schöpfer oderBegründer ihrer Wissenschaft nennen kann, doch zu denen, welchedas Vorhandene und Aufgefundene meisterhaft zu benutzen, anzie-hend darzustellen, und dadurch unter allen Classen der gebildete»Menschheit zu verbreite» wissen. Er war geboren zu Beizen i»Lichtscheu den iTten August 174Z, wo lein Kater — be-kannt durch ein Werk über die Lodrenvrnen der alten Deut-schen — Superintendent war, dann bildete er sich auf der Uni-versität Töltingcu, und später zu Leydea. Au ersterm Lrte hatteer sich Hollmasns und. andrer Mathematiker und Physiker Bei-fall erworben, eine Probeschrtft über die Analyse der Cur-ven» uud auch schon eine meteorologische Brobachtungs-rcise auf den Harz geschrieben. In Loyden aber faßte erzuerst den Gedanke», welcher dann die leitende H-aptidee durchalle seine gelehrten und schriftstellerischen Bemühungen wurde, diethierische Schöpfung klimatisch zu begränzen und aur die Wande-rungen und Verzweigungen der Lhierracea, vcm Menschen leibstausgehend, sein unverwandtes Augenmerk zu richten. Sei» eig-nes Bermogen und die GrcZmuth des brsunschwngischen Fürste»-hausts, dem er mit voller Seele ergebe» war, setzten ihn in denScans, mehrere Linsen nach England, Italien und Frankreich z»unternehme«, selche für das Studium feiner Wissenschaft ihmgrcsen Vortheil gewährten. Nach England machte er drei rer-schiodesk Reisen, und gab in London selbst 17L8 seinen xoUricalvt Oae paerrur Lral« c>s Darop« mit sechzehn statistischenL.geln heraus. Heer schloß er auch Verbindungen, wodurch «rsu-ü ll Lll-s Merkwürdige erhalten konnte, was im Fache derP: ",sik uud Erstünde auf den örilti'chca Zirkel« uud in Rordrwe-rica erschien. Früchte seiner Reise nach Italien finden sich i»seinem alloemeinen Blicke auf Jraliea (1797, und inder Abhavi^cuz über die Molfetta in Apuliev. In Parisbefand er sich im Jahr lyLy, ehe» als sich die ersten Bewegung!»d r Revolution reisten. Hior entwarf er den Plan zu seinergeographische'.- Annalen, wovon drei Jahrgänge erschien»sind; die eigene Luncht der revolutionären Bewegungen in Frank-rei i s Hauptstadt ließ ihn die Folgen derselben für ganz Eurer»l;neo, ak«o auch'das Elend, welche fir «der Frankreich s'eldü