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Zenhter Band. To bis Z.]
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?6r ZinzenSorf

ein Kind schrieb er Briefchen an den lieben Heiland, und warf siezum Fenster hinaus in der Hoffnung, daß der Heiland sie schonfinden werde. Diese Stimmung wurde noch mehr in ihm unter-halte», als er, ro Jahre alt, in das Pädagogium zu Halle unterdes berühmten Frankens besondre Aufsicht kam. Hier errichteteer geheime Zusammenkünfte zur Erbauung, und stiftete einen my,strschkn Orden vom Senfkorn. Sein Onkel und Vormund, deranders dachte und ihn zum Geschäftsleben vorbereite» wollte,schickte ihn 1716 auf die Universität Wittenberg, deren theologischeLehrer, unter dem Namen der Orthodoxen bekannt, die heftigstenGegner der Halleschen Pietisten waren. Ainzendorf blieb jedoch un-verändert bei seiner Denkart, und als im I. 1717 das Jubiläumder Reformation feierlich zu Wittenberg begangen wurde, schloß ersich ein und betrauerte den Werfall der Kirche durch Fasten undWeinen. Reben seine» übrigen Studien trieb er für sich allein undohne alle Anleitung die theologischen Wissenschaften und faßte schonfegt den Borsatz, künftig in den geistlichen Stand zu treten. Erverließ 171Y Wittcfiberg und machte eine Reise nach Holland undFrankreich, die er selbst unter dem Titel: Attici Wallfahrt durchdie Welt, beschrieben hat. Er suchte vorzüglich berühmte Geistlicheauf und sein Hauptgeschäft war, Unterredungen über Religions-mater!'» zu halten. Er wurde 1722 als Hofrath bei der Landes-regierung in Dresden angestellt, welche Stelle er aber 1727 wiederniedei legte. Er hatte während dieser Zeit sehr wenig Antheil anden Geschäften seines Amtes genommen, dagegen aber sich mit derTheologie beschäftigt und häufige Andachtsübungen gehalten. I»gebautem Jahre (1722) vermählte er sich mit einer Gräfin RenßVon Eoersdorf, und gab einigen der Religion wegen ausgewan-derten mährischen Brudern die Erlaubniß, sich auf seinemGute Lerthelsdorf in der Oberlaufitz anzusiedeln. Diese Eoloniterhielt 1724 den Namen Herrn Hut (s. d. Art.). Zinzendvrffaßte nun den Vorsatz, eine besondre kirchliche Gemeinde nach seinenGrundsätzen zu stiften und machte diese letztern in vcrschiednen,sich bisweilen widersprechenden Schriften öffentlich bekannt. Eserhob sich daher auch eine große Anzahl Gegner wider ihn, stwie die Anlegung der neuen Eolsnie selbst ihm mancherlei Ver-drießlichkeiten ^zuzog, Doch ließ er sich durch keine Schwierigkeitenund Widersprüche von seinem Vorhaben abwendig machen. Dahingehörte auch dies, daß er sich nun entschloß, rn den geistliche«Stand zu treten. Er ging deßwegen (1734) unter einem angenom-menen Namen nach Strastund, ließ sich oa als Sandidat der Theo-logie oxaminiren und dielt in der Stadtkirche daselbst seine erstePredigt, Mit einer fast unglaublichen Thätigkeit machte er Reist»in verschied«« Länder, um die Glieder seiner Gemeine, von welcherschon Missionen ausgingen, zu vermehren, aber nicht überall fander eine günstige Aufnahme. Aus seinem eignen Vaterland« wurde >er (1736) durch ein landesherrliches Rescript förmlich verwiesen. IAls Veranlassung zu diesem Befehl waren die von dem Graf.» ,Ainzendorf eingeführten Neuerungen, Conventiculn, gefährlich« >Principien,, durch welche die obrsgkeitliche Autorität hintangesetztund der öffentliche Gottesdienst veracktct würde, angegeben. Dochwurde dieser Befehl im Jahre 1747 zurückgenommen. Ainzendorfhatte sich unterdeffen in Berlin zum mährischen Bischof ordinier«lassen. Da er in Berlin nicht öffentlich auftreten durfte, st hielt

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