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Zirkel Ziska 76 z

«r eine Zeit lang Privatandackten in seinem Quartiere, die so häu-fig besucht wurden, daß eines Tages nicht weniger als 42 Equi-pagen vor seinem Haufe stand-n. Im Jahre i?<jy machte er eineReise nach Westindreu auf die Inseln St. Thomas und St. Ervix,wo bereits von der Brüoerqemeine Missionen errichtet worden wa-ren, um diese zu besuchen und ganz einzurichten. In gleicher Ab«ficht reis'te er 1741 nach Nordamerika, wohin ihn sein« sechzehn-jährige Tochter begleitete. Hier suchte er auch unter einigen ent-ferntern indianischen -Völkerschaften 'eine G meine auszubreiten.Auf allen diesen Reisen war er, außer den öff-:ut!ich-n Vortrügen,die er hielt, und den andern Geschäften, die er bezweckte, fast un-ablässig mit Corrcspondenzen und Bückcrschreiben beschäftigt, undman muß in der That über die Lhäeigreit des Mannes, die allcrdingsdurch eine vortreffliche körperliche Constitution unterstützt wurde,erstaunen. Unter den wäbrend dieser Zeit von ihm herausgebnenBüchern fanden vorzüglich das Gesangbuch d,r Gemeine in Herrn-hut und die W u n d en!i t a nci den größten Anstoß. Als er 174znach Europa zurückgekommen war, machte er eine Rtzise nach Lief-land, wo sich bereits Glied,r seiner Gemeine befanden» der weitreEingang in Rußland wurde ihm jedoch untersagt und er wurde aufkaiserlichen Befehl unter militärischer Bedeckung über die Gränzegebracht. Er machte hernach mehrere Reisen nach Holland undEngland, hielt sich in letzteren Land« länger als vier Jahre auf,uno hatte die Befriedigung, ungeachtet die Zahl seiner Gegnerstet« wuchs, doch die bon ihm gestiftete Gemeine immer weiterverbreitet und neue Missionen in andern Welttheilen, z. B. inOstindien zu Trankebor, entstehen zu sehen. Nach so vielen Wan-derungen starb er zu Herrnhut am y. Mai 1760 und wurde aufdem dasigen Gottesacker der Brüdergemeine begraben. Ein ziem-lich unparteiisches Urtheil über rhn von einem seiner Zeitgenossensteht in von LLns kleinen Schriften, Tb. 1. S. auch: Leben desGrafen von Zinzendorf, von Reichet, Leipzig 17Y0.

Zirkel (circutus) ist bekanntermaßen ein Werkzeug vonStahl, Messing, auch wohl von Holz, gemeiniglich aus zwei obenin einem Köpft, in einem Gewinde beweglichen, unten aber spitzt«gen Schenkeln bestehend, womit man nicht allein «inen Umkreis be»schreiben, sondern auch den vorkommenden Größen andre ähnlich«nachmachen und abtragen kann« DieUnentbehrlichkeit eines solche«Instruments in der ausübenden Geometrie sowohl, als in allenübrigen damit verbundene» Wissenschaften ist eben so leicht abzu-sehen, als die Verschiedenheit desselben in Rücksicht des davon zuwachenden Gebrauchs; daher denn auch die verschiednen Benennun-gen desselben: Bogenzirkcl, Hohlzirkel, Reißzixkel, Stangenzir-kel u. s. w.

Aiskg (Iischka), der bekannte Anführer der Hussiten, einallerdings merkwürdiger Mann. Er hieß eigentlich Johann Aisckkavon Lroczrivw, stammte aus einem adligen böhmischen Geschleckteund war gegen das letzte Bieetel des vierzehnten Jahrhunderts— sein eigentliches Geburts'ahr ist unbekannt — zu Trorznowoder Trautenau im bechiner Kreise geboren. Er kam als Page anden Hof des böhmischen Königs Wenzel VI., war bei diesem sehrbeliebt und diente an dessen Hofe später als Kämmerer. Er zeigtevon Jugend auf wei Geistesanlagen und eine vorzügliche Neigungfür den Svidalenstand. Er befand sich mit unter dem Hülsscorp«,